Klaus Reisepage
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Vorbereitungen am Motorrad bei einer Fernreise

 

Wenn man mit dem Motorrad auf „große Tour“ gehen will, dann sollte man sich im Vorfeld Gedanken dazu machen.

 

Es ist wohl ein Unterschied, ob man eine Reise nach Italien, Griechenland, Frankreich, Schweden, Norwegen usw.  macht., oder eine wirkliche Fernreise angeht, bei der man in Ländern unterwegs ist, die von der Infrastruktur  nicht mit Mitteleuropa vergleichbar sind.

 

Wenn ich so etwas vorhabe, dann wird im Winter automatisch mal alles was Verschleißteile sind getauscht.

 

Radlager und Lenkkopflager zB. Das kostet zwischen 50 und 60 Euro, wenn man die (Qualitäts)Lager beim Großhändler holt.

Hier nehme ich auch schon mit Gummiringen geschlossene Radlager, damit ich mir nicht mit Sand und Wasser ( von Durchfahrten ) die Lager ruiniere.

 

Vor Allem ist es ein guter Grund, um auch gleich mal alle Lagersitze, Speichenräder usw zu kontrollieren.

Nicht selten werden die (weichen ) Lagersitze in den Aluminium Radnaben ausgeschlagen und führen zu Problemen unterwegs.

 

Kontrolle Bremsbeläge, ob die eine Tour auch sicher überleben.

Ist unterwegs nur unnötig, wenn man irgendwo sowas aufstellen und wechseln muß.

 

Das Selbe gilt für Kette und Antriebssatz.

Im Zweifelsfall neu machen und den alten ( und eventuell noch gute ) Kettensatz aufheben  und später wieder verwenden.

Wenn man 15.-20000 km fahren will, würde ich gar nicht lange rummachen und einen neuen Kettensatz einbauen. Speziell wenn viel Sand ist, werden die mehr beansprucht.

 

Auch hier gilt, blöde, wenn das unterwegs auf der Reise gewechselt werden muß.

 

Ventile einstellen, Ölwechsel usw sollte klar sein bevor man lange wegfährt.

Einfach alles machen, damit man unterwegs nicht vorzeitig Service machen muß.

 

Ebenso empfiehlt sich eine Kontrolle der Kühler, ob die Lamellen verlegt sind .

Wenn ja, dann säubern. Wenn es unterwegs in heiße  Länder geht, ist das  wichtig.

 

Ich selbst mache auch  immer einen Service bei den Gabelölen und gebe neue Simmerringe in die Gabel.

Auch so habe ich die Garantie, das alles neu ist.

 

Kupplung:

Wie alt ? Wie viel Spiel hat die Kupplung? Übersteht sie die Reise noch? Im Zweifelsfall wechseln. Und dabei eine neue Dichtung hinein, die man auf der Aussenseite schön mit Motoröl benetzt. So kann man unterwegs auch mal die Kupplung öffnen ohne eine neue Dichtung einbauen zu müßen.

 

Alle diese Arbeiten kosten nicht viel, und nebenbei überprüft man so auch, ob alle Schrauben leichtgängig sind und alle Teile in Ordnung.

Auch weiß man damit, was man an Werkzeug unterwegs benötigt, und ist auf Reparaturen vorbereitet.

 

Weiters die Frage: wie alt sind die Bremsbeläge, stehen die eine Tour durch?

Ebenso Gedanken zur Benzinpumpe.

Unangenehm, wenn die unterwegs was hat.

Hier habe ich mir eine zusätzliche Unterdruckpumpe montiert .

Im Notfall muß ich nur umstecken.

Das ist eventuell für Manche etwas übertrieben, aber bei einer echten Fernreise für mich doch eine wichtige Sache.

 

Reifen:

Hier ziehe ich neue Reifen auf ( ausser ich weiß, das ich unterwegs welche bestellt habe und dort locker hinkomme ), kontrolliere die Felgenbänder und montiere mitteldicke Schläuche.

Damit bin ich bis jetzt ohne große „Platten“ durchgekommen .

( OK, 1 x , aber das ist nichts auf solchen Reisen )

reifen nehme ich mir nicht mit, die kann man im Vorfeld überall bestellen und das geht gut.

Mitnehmen ist schwer und mühsam.

Und beim selbst Versenden muß man auch sicher sein, das in den Ländern die Reifen durch den Zoll kommen, sonst steht man wieder ohne da.

 

Kontrolle der elektrischen Steckverbindungen und eventuell auch mal aus und Einstecken, um da die Kontakte sauber zu bekommen, damit nicht durch Korrosion ein Übergangswiderstand entsteht, der da Kontakte wegen Überhitzung abbrennen läßt.

 

An Ersatzteilen habe ich normal mit:

Kupplung ( eine Gebrauchte, für Notfälle )

Gabelsimmerringe

Radlager

Diverse Schrauben, Kabelreste, Stecker zum Krimpen.

Kabelbinder ( wichtig für Alles )

 

Öl nur bei Motorrädern, wo man kein normales Öl reinkippen kann ( zB KTM690 mit dem 15 W 60 Öl )

 

Weitere Vorbereitungen:

Je nach Art des Reiselandes werden die Stossdämpfer sehr beansprucht.

Wenn es sich um ältere Dämpfer handelt, dann empfiehlt sich der Austausch auf  Dämpfer aus dem Zubehörhandel.

Im Idealfall solche, die man auch servicieren kann. Hat sich bei mir seit über 130.000km bewährt.

Wenn es um Rüttelpiste geht ( Schotter, Wellpiste usw ) dann werden die Dämpfer extrem beansprucht und heiß, und geben schon mal auf.

 

 

 

Gewicht:

Ein sehr wesentlicher Faktor.

Denn der belastet einfach Alles.

Wer sein Motorrad belädt als wenn es unterwegs nichts gibt, oder wer meint einfach alles eventuell Nützliche mitnehmen zu müßen, der darf sich nicht wundern, wenn er den Satz „ wo bitte finde ich einen Schweisser „ in allen möglichen Landessprachen lernt.

 

Das gilt für Kofferträger, Heckrahmen ( im Pech auch Motorradrahmen, alles schon gesehen ) bis hin zu Speichenbruch ( hier kommt bei einem Schlagloch extreme Belastung, speziell aufs Hinterrad ) und Radnaben.

 

Abgesehen davon, das das Fahren mit überladenen Motorrädern auf Schotterpisten einfach nicht lustig ist. Es geht, aber warum tut man sich das an????

 

Und auch ein sehr nützlicher Punkt:

Vor der Reise recherchieren.

Jede Stunde in Recherche und Planung, spart 10 Stunden unnötiges herumsuchen unterwegs.

 

Und ich meine nicht übertriebene Planung.

 

Speziell, wenn es um Länder geht, wo die Dichte der Tankstellen nicht so ist wie bei uns, und wo es Strecken von 300 oder auch mal 600 km zu überbrücken gibt.

 

 

 

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© Klaus Hübner