Klaus Reisepage
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Teil 5 - Über Kirgistan und Kasachstan bis zur Russischen Grenze 

 

 

In Kirgistan dann ein sehr schneller Grenzübertritt und los ging es.

 

Einziges Problem, es gab für 70km keine Möglichkeit Geld zu wechseln und die einzigen 2 Bankomaten auf der Strecke waren ausser Betrieb.

Aber den See bei Kara Kul habe ich erreicht.

 

Da ich dank der stundenlangen Kontrollen allerdings erst im Finsteren am See ankam konnte ich keinen Weg zum Ufer finden, denn ich wollte eigentlich campen.

Also ein landestypisches Hotel angelaufen, wo ich auch Endurofahrer aus der Slowakei, Polen, Tschechien, Russland und der Ukraine traf, die den Pamir abfahren. Sie arbeiten alle in Almaty und drehen von dort eine Runde mit 2 Begleitfahrzeugen.

 

Die Dame an der Rezeption war nett und war bereit auch Dollar zu nehmen.

Ich hatte nur 100 Dollar und sie deutete mir, das sie nicht rausgeben kann und mir das Restgeld in der Früh gibt. OK, passt machen wir.

Am nächsten Morgen kam die große Ernüchterung.

Sie weigerte sich mir Geld zurückzugeben und meinte, das das Hotel 100 Dollar die Nacht kostet ( es war maximal 20 Dollar wert )

Ich war richtig sauer, diese Betrügerin hat mir Kirgistan etwas vermiest.

Ich hab mit Ihr diskutiert aber sie blieb hart!!

 

Mein einziger Beschiss bisher auf der Reise, und das in einem Land von dem alle so schwärmen.


Ich hatte den ganzen Vormittag schlechte Laune, mußte dann wieder 30 km retour fahren, der einzige Ort wo ich Chance auf Geldwechsel hatte, denn Benzin ging auch langsam aus.
Und der Bankomat immer noch KO, Sonntag ist und die Bank zu.
Kommt ein Mädel und fragt in bestem Deutsch ob sie helfen kann.
Sie hat in Deutschland studiert.
Super!!
Mir noch schnell erklärt, wo ein Supermarkt ist der wechselt und ich war happy.
Mit den Damen hatte ich auch einen richtigen Spaß.
Geldwechseln wird da fast zum Volksfest.
Vor allem weil ich vor Ihnen meine Hosen runterlassen mußte, ich hab mein Geld immer in den Protektorentaschen am Knie gebunkert.

 

Aber wie man sieht gibt es ja glücklicherweise auch nette Menschen die einem helfen.

Weiter ging es dann mit frischem Sprit in die Berge.

Und die sind in Kirgistan spektakulär.


Sonst ist Kirgistan der Hammer, ich hab  2 Pässe mit 3200 Metern überfahren und richtig viele Eindrücke mitgenommen. Das hat mich wieder etwas besänftigt.

Die Kirgisisch Kasachische Grenze ging ur schnell, ich war um 19 30 in Kasachstan.
Und hatte wirklich noch den Ur Bock noch bis Almaty zu fahren. 250 km.
In der Nacht auf einer gut ausgebauten Strasse hinter anderen Autos angehängt und bei gemütlichen 25 ° im Finsteren bis hierher.
So kühl war es schon lange nicht mehr. Selbst in den Bergen auf 3000m hatten wir ca 30°, und das war schön kühl.

In Almaty angekommen ein Hotel gefunden das auch sehr günstig war und noch schnell in den Istanbul Express essen gegangen, Dann noch das obligatorische Bier und gute Nacht.

 

Morgens hatte ich mal keinen Bock auf früh abfahren, also etwas rumgegammelt und dann mal locker um 11 Uhr auf das Moped.

Almaty verlassen und erst am Morgen das Bergpanorama im Süden der Stadt gesehen, da sind gleich die 4000er.

 

So wenig mir Kasachstan im Westen gefallen hat, so unterschiedlich ist es im Südosten.

Permanent begleitet von den Bergen und immer auf 600 – 1000 m unterwegs.

Dazu zwischen den Steppen auch sehr grüne Gegenden wo meist auch die Dörfer angesiedelt sind.

 

Waren die ersten 200 km aus Almaty raus Baustelle die wirklich mühsam waren, so ging es später auf mehr oder weniger guten Strassen zügig voran.

Immer im Süden die Bergkette vor den Augen und Temperaturen um die 35-40°

 

Trotzdem gut weitergekommen, die Polizeikontrollen immer gut gerochen und schön KM gemacht.

Und in Uscharal ein Hotel gefunden, wieder ein Glücksgriff. 18 Euro und das ist richtig nett und die Besitzer waren auch gleich begeistert von mir und haben mir alle Ihre Töchter vorgestellt, Mir war eh so schon so heiß vom Fahren, und dann das auch noch. 

Der Papa hat mir erklärt das es eine Garage gibt hinterm Haus, da müßen wir nur etwas durch den Ort fahren.

Also er hinten bei mir aufs Moped und in Landestypischer Sicherheitsausrüstung, in Sandalen, ohne Helm und im T shirt hat er mir stolz „seine“ Stadt gezeigt am Weg hinters Haus.

So mag ich das, die Leute sind auch cool hier.

 

Wieder war es so, man konnte mir auf die 5000Tenge nicht herausgeben. Ich deutete an das wir das dann auch beim Essen machen können.

Bin ich gestern eingefahren, so muß ich heute das einfach wieder ignorieren und den Menschen hier auch einen Vertrauensvorschuss geben, die können ja nichts für die Gaunerin gestern.

 

Und die haben es mir auch brav gegeben. Die hübscheste Tochter des Hauses war abgestellt mich mit Bier und Essen zu versorgen, Ich hab ihr noch gedeutet, ich weiß eh nicht was da alles ist und sie hat mir 3 Gänge zusammengestellt.

Ich konnte die Speisekarte einfach nicht lesen, ich kann zwar Kyrillisch, aber in Kasachstan steht das nicht auf Russisch, so war die Speisekarte für mich eigentlich nur ein großes Buch mit 7 Siegeln.

 

Ich war schon gespannt was da kommt

Aber es war landestypisch und echt lecker.

Und die Mädels konnten sich mit mir vor Lachen nicht halten und haben zu Dritt gewiehert ohne Ende.

Es war ein richtiger Spaß. Und dann hat hinterm Haus im Freien noch die Disco angefangen. Ist wohl die Stadtdisco hier.

 

Jetzt muß man sich das so vorstellen, es gibt da keine normalen Tische sondern so Liegetische, wo man beim Essen und Trinken um einen Tisch liegt, der mit Teppichen umkleidet ist.

 

Da lümmeln die rum und gehen dazwischen tanzen. Die Leute lieben das Leben hier und das merkt man.

Heute ist ein guter Tag. Ich bin wieder versöhnt….

Mit viel Glück schaff ich morgen die Grenze nach Russland.

 

Gut und früh weggekommen, super geschlafen.

In Uscharal noch mal vollgetankt und ab die Post.

 

Die Ecke von Kasachstan hat mich wieder überrascht, weil sie nicht nur Steppe war, sondern teilweise grün und auch bergig.

Als ich so bei 200km mal dachte, die nächsten 70km eine Tankstelle zu suchen wurde ich auch überrascht, denn da kam einfach keine.

 

Bei 350km wurde ich langsam nervös. Und bei 400km war dann eine. Auf der Strecke war fast 300 km keine Tankstelle gewesen, damit hatte ich nicht gerechnet.

Ich wollte eigentlich noch über das alte Atomtestgelände in Semeypalatinsk fahren, aber es war einfach so extrem heiß, und ich hatte auch wenig Bock mit den Heidenaus da Sandtracks zu fahren, so dass ich das diesmal ausgelassen habe.

Also der neue Plan, die Grenze erledigen und in der nächsten Stadt ein Hotel suchen.

Ich war sicher, das ich die nächsten Tage der Hitze von über 40° entfliehen werde.

 

Fazit zu Kasachstan:

Es war eines der Länder, die mich neben Usbekistan am meisten überrascht haben.

Ich hatte nur mit Steppe gerechnet, und es waren dann eben auch mal kleine Berge im Südosten.

Die Menschen waren extrem freundlich hier.

Trotzdem ist die Landschaft zu 90% richtig öde, zumindest in den Gegenden wo ich war. Und das war Westen bis Südosten. Und es ist heiß.

 

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comeing soon

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© Klaus Hübner