Klaus Reisepage
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TEIL 2 In Georgien, Im Süden über Tiblisi und die Georgische Heerstrasse nach Russland

 

Dachte ich in der Früh noch, das ich es locker bis Tiblis schaffe und dann einmal früh Schluss mache und mir in Ruhe die Stadt ansehe, so wurde ich eines Besseren belehrt.

 

Ich bin zuerst mal ruhig vom Hotel in Rize weg und konnte feststellen, das morgens kaum ein Verkehr ist.

Auch gut, so hab ich weniger Stress.

Es dürfte sich an der Küste um ein Teeanbaugebiet handeln. Tee aus Rize wird beworben und an den Hügeln sieht man die Plantagen und Pflückerinnen.

 

Die Türkische Seite der Grenze ist wieder Bürokratie pur. Man könnte meinen das ein Minister eine Stempelfabrik besitzt und die zufällig gut gebucht ist.

Dafür die Georgier sehr schnell und freundlich. Ein „Welcome to Georgia“ und durch war ich.

 

Direkt nach der Grenze fallen mir bereits zerfallene alte Grenzbunker auf in einem doch sehr großen Gebiet, also rein mit dem Moped und fotografieren.

Und dann ab nach Tiblis. Ich hatte eine Empfehlung für die Südroute bekommen, der ich auch gefolgt bin.

 

Und die hatte es in sich, durch ein enges Flusstal, mit Dörfern die über Schotterstrecken erreichbar sind und hoch oben im Tal drohnen.

Und plötzlich geht eine Passstrasse los, die ist 50km lang und Schotter vom Feinsten. Incl. Matsch, wenn wieder mal ein Bach ( und das passierte oft ) über die Strasse rinnt.

Ich war schon vorgewarnt, da ich ein Österreichisches Ehepaar im Camper getroffen habe, die wohl ewig über diese Strasse benötigten.

 

Trotzdem war das richtig gut, und eine schöne Auffrischung für die Mongolei.

Oben auf fast 2100 Metern angekommen war ich plötzlich in einem Schigebiet, das eben über diese Schotterpiste erreichbar ist.

 

Noch hatte ich nicht viele Kilometer gemacht und so bin ich nicht die ganze Strecke ausgefahren sondern habe gegen Ende abgekürzt um noch Tiblis bei Tageslicht zu erreichen. Was ich auch knapp geschafft habe.

 

Ein ganz einfaches Hotel im alten Viertel gefunden und dann zu Fuß in die Stadt gelaufen um was zu Essen.

Da muß ich mal anmerken, das Tiblis ziemlich modern ist, und großartig. Und schön !!

Hat auch ein richtiges Leben am Abend. Und die Stadt ist mit Ihren Bauten schön beleuchtet.

Hatte ich schon am Nachmittag nicht die gedachte Pause, so hab ich mich in der Früh nicht gestresst und mal in Ruhe gefrühstückt.

Und dann gemütlich gepackt und ab auf die Strasse.

 

Die Georgische Heerstrasse stand am Plan, viel gehört und ich dachte, die muß man mal sein.

Abgesehen davon kommt man sonst kaum nach Russland.

 

Und am Beginn war ich etwas enttäuscht. Ist es doch schwierig nach der Strecke vom Vortag noch was zu toppen.

Und ich dachte wirklich, ich hab schon alles gesehen. Aber dann ging es immer weiter bergauf und der Kreuzpass begann.

 

Na Bumm, das war eine Optik.

Auf ca 2300 Meter eine Landschaft wo man den Mund nicht zu bekommt.

Und wenn man die Strasse dann so sieht, dann versteht man warum die legendär ist.

 

An der Grenze war es einmal ziemlich mühsam.

Zuerst einfach nur eine Strasse die von der Geografie her einfach schmal ist und in den Berg gehauen.

Und wo auch ständig gebaut wird wie man auch sieht das teilweise die Strasse wegbricht und der Berg herunterkommt.

 

Viele Kilometer vorher stehen schon die LKW Schlange, und das auch in den Tunneln bis zur Grenze.

Da es keine eigene Spur für die PKW gibt, müßen die auf der Gegenfahrbahn vorsichtig vorbei bis nach Vorne.

Was sich als ziemlich heftiges unterfangen herausstellt, da auch im Tunnel immer wieder LKW entgegenkommen.

Aber da wird gemeinsam solange herumrangiert, bis alle aneinander vorbeikommen.

Das sind die Leute da anscheinend gewohnt und es ist normal.

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© Klaus Hübner