Klaus Reisepage
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BMW 1150 GS Getriebe neu lagern

Bei meiner BMW kamen bei 180.000km langsam komische Geräusche aus dem Antrieb.

 

War ich anfangs nicht sicher ob es das HAG, die Kardanwelle oder das Getriebe ist, so erhielt ich schnell einen Tip wie man das leicht zuordnen ann.

 

Wenn die Geräusche beim Ziehen der Kupplung weg sind, ist es fast sicher das Getriebe.

 

Und wenn man dann ganz unten am Getriebe eine Ablasschraube öffnet, dann weiß man es sicher, denn die hat einen Magnet, und wenn Metallspäne wie bei einem Igel sind, hat man einen Treffer.

 

Und damit war klar wo das Problem liegt.

 

OK, nun war klar das dieses Getriebe ein Lagerproblem hat.


Also ausbauen (Dazu muss HAG, Kardantunnel usw raus, und der Heckrahmen hocchgeklappt werden).

 

Auch ein guter Grund, mal alles zu inspizieren und die Kupplung anzusehen.

 

Dann kann man das Getriebe nach lösen der 6 Schrauben nach hinten abziehen.

 

Und auf der Werkbank habe ich mal die restlichen Schrauben rausgenommen, mit einem Heissluftföhn die Lagersitze angeheizt und mit einem Gummihammer auf den Oberteil geschlagen und den abgenommen.

 

Dann habe ich mir aus Holzstücken einen Halter gebaut, das Getriebe verkehrt raufgelegt und wieder die Lager angeheizt und mit Schlägen aus dem Gummihammer gingen dann die Wellen raus.

 

Die Lager kann man bei BMW kaufen, aber auch im Zubehörhandel, wo sie deutlich billiger sind.

Ich hab mir Lager von SKF geholt, wollte nur Markenlager verbauen.

Die waren angeblich mal gesperrt, sind aber inzwischen frei erhältlich.

 

Man benötigt folgende Kugellager

 

4 St. 25 x 52 x 15

1 St. 20 x 47 x 14

1 St. 17 x 35 x 10

 

Auf den Wellen sind auch noch Nadellager, die hatten aber noch nie ein Problem (und inzwischen habe ich 3 Getriebe überholt):

 

Wer die aber in dem Zuge trotzdem tauschen will, die würde ich von BMW nehmen, weil die offen sind und man die sonst nicht montieren kann.

 

Ebenso würde ich dazu raten, die Simmerringe original bei BMW zu holen, da diese einfach besser sind.

Zumindest für den Getriebe Ein und Ausgang.

Kupplungsnehmer und Schaltsimmerring kann man gerne im Zubehör holen, aber das macht das Kraut auch nicht mehr fett.

 

Die Lager muss man mit Abziehern entfernen, dabei muss man an manchen Stellen den Abzieher am Zahnrad ansetzen und das mit abziehen.

 

Man liest öfters, das man die Distanzscheiben auch neu vermessen soll, ich sehe den Sinn dahinter nicht.

Das wurde beim ersten Zusammenbau im Getriebewerk vermessen auf das Blockmaß der Welle.

Denn das wird abgestimmt auf Welle und Gehäuse.

Dann ist das fertig.

Und die Lager sind auf 100stel supergenau.

Da muss man nichts neu vermessen.

 

Auch empfielt es sich, sich vor dem Komplettausbau Bilder zu machen wie die Teile angeordnet waren, weil die dann einfacher beim Zusammenbau sind.

 

Bei meinem ersten Getriebe hatte ich das nicht, weil ich mir günstig ein zerlegtes Getriebe gekauft habe zum üben.

Und da musste ich mich selbst durch die Teile finden.

Aber hat geklappt.

 

Weil eigentlich kann man es nicht falsch zusammenbauen.

 

Einzig bei der Schaltwelle muss man etwas aufpassen, die sollte man zusammen mit dem Rest einsetzen.

Und wichtig ist, das die Feder und die Klauen wieder richtig positioniert sind.

Deswegen vorher die Fotos davon machen.

 

Hat man das alles getauscht, geht es an den Zusammenbau.

 

AUch hier wieder:

Mit einem Heißluftföhn die Lagersitze ordentlich anheizen, und ich habe die Lager selbst noch mit Kältespray gekühlt, dann gehen die einfach in den Sitz.

 

Da hat man schon alles im Unterteil positioniert.

Dann das Gehäuse an den Dichtflächen hauchdünn mit Dichtmasse bestreichen

 

Wenn das so fertig ist, dann einfach das selbe beim Oberteil.

Gehäuse an den Lagersitzen anheizen, Lager mit Kältespray und vorsichtig aufsetzen und mit dem Gummihammer klopfen.

 

Danach die Schrauben wieder alle einsetzen und die Simmerringe montieren.

Dazu gibt es Schlupfhülsen, die habe ich aber nicht.

Wenn man es vorsichtig macht kann an die auch ohne diese Hülsen einsetzen.

 

Mit Starburags Fett (oder Optimol) die Wellen an der Verzahnung bestreichen

 

Dann eventuell noch die Kupplung kontrollieren und falls an der Verschleißgrenze, auch tauschen, kostet nicht so viel, aber man spart sich viele Stunden Arbeit.

 

Getriebe wieder einbauen.

Damit das leichter geht, habe ich mir 2 lange M8 Schrauben abgeschnitten und oben einen Schlitz reingemacht.

Damit habe ich eine gute Führung und kann dann die restlichen Schrauben ansetzen und erst dann gebe ich die 2 Hilfsschrauben raus.

 

Dann alles wieder zusammenbauen und Spaß haben.

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© Klaus Hübner