Das war der Plan, aber 10 Tage vor unserer Abreise dann die Nachrichten:
Ich wache am Morgen auf und bekomme die Nachrichten mit, Israel hat den Iran angegriffen.
Das hat sich in Wahrheit schon abgezeichnet, aber ich habe nicht so schnell damit gerechnet.
Und damit war klar, wir müßen umplanen.
Ich habe ja weniger Angst das mir eine Rakete auf den Kopf fällt, aber die Gefahr bei einer Kontrolle für einen Spion gehalten zu werden, ist real und zu hoch.
Und damit ist auch klar, wir planen um.
Doof ist nur, das wir die Visa für den Iran schon haben, und die Einreise am 10. Juli abläuft.
Wir drehen unsere Route einfach mal um, und in Afghanistan schauen wir wie sich das bis dahin entwickelt hat.
Ist es wieder ruhig (was ich derzeit nicht erwarte) dann holen wir uns ein neues Visa und fahren durch den Iran, ist es das nicht, dann wieder über Kasachstan zurück.
Was solls, das Leben ist ein Abenteuer, und man muss einfach flexibel bleiben.
Hier der Link von unserem SPOT Tracker zum Verfolgen unserer Reise:
Hier kommen die Infos rein, wenn wir unterwegs sind
So ungefähr wird unsere neue Route. Änderungen möglich
26.6.25
Unterwegs bis Ekishehir
Die Reise ist gestartet, sind wir am ersten Tag Autobahn quer durch Ungarn, und dann noch in Rumänien vom Flachland wegen Hitze weiter in die Berge bis Baja Herculanea.
Weiter ging es wieder durch die Berge, entlang der Donau und über den Trojan Pass bis Sopot.
Von dort dann schnell in die Türkei und weiter an die Dardanellen, die wir mit der Fähre querten, dann in der Nähe von Troja ein Hotel genommen.
Und gestern erst die alte Küstenbatterie in der Nähe von Troja besichtigt, dann Ausgrabungen, leider hab ich die falschen im Navi eingegeben.
Und dann ging es wieder am Meer entlang und bei Temperaturen von über 40 Grad waren wir froh wieder ins Hochland zu kommen.
28.6.25
Von Ekishehir bis Ürgüp und Pertek
Von Eskishehir ging es weiter, am Morgen schon extrem heiß. Nach kurzer Fahrt bogen wir in die Berge ab und nahmen kleine Strassen, die Suche nach einem Felsrelief war eher enttäuschend, hatten wir das größer erwartet, dafür war es in Ürgüp extrem schön, mit einem tollem Cave Hotel.
Dann eine 580 km Strecke in Angriff genommen, bis zum Kemyale Canyon, auch Tas Yolu genannt.
Dort hatten wir dann die blöde Idee, noch 80km in den nächsten größeren Ort weiterzufahren, wo wir bei Dunkelheit ankamen.
Weil wieder sehr kleine Bergstrassen.
Das Hotel existierte nicht mehr, dafür war eine Polizeistation dort, die Jungs haben uns sofort mit Tee versorgt und herumtelefoniert wo es Zimmer gibt, also 60km weiter bis Pertek.
Und da sind wir nun
30.6.25
Über den Van See in den Irak
Am Morgen hatten wir einen tollen Blick vom Hotel über den See. Das hatten wir am Abend nicht mitbekommen.
Dann ging es auf schönen Strassen weiter bis Van.
Immer wenn wir wo im (seltenen) Schatten Pause machten wurden wir auf Cay (Tee) eingeladen.
Von Van sind wir dann los Richtung Irak, die Temperaturen in den Bergen stiegen teilweise auf 44 Grad. Und die Landschaft war richtig beeindruckend.
Empfang war schon mal an der Grenze beeindruckend, freundlich und wieder Tee.
Und dann auf besten Strassen bis Dohuk
1.7.25
Von Duhok bis Erbil
Am Morgen ging es nach dem Frühstück los.
Ziel war Erbil, aber nicht direkt sondern am Umweg über Sehenswürdigkeiten.
Zuerst mal zu Lalesh Temple, einer wichtigen Kultstätte der Jesiden.
Dort angekommen wurde uns erklärt das wir auch auf der Strasse die Schuhe ausziehem müßen.
Ich bin dann nicht reingelaufen, ein paar Jungs haben Reini geführt, der hat es aber dann auch wegen der Hitzeblasen an den Füßen bereut.
Trotzdem ein schöner Platz, den würde ich aber nur empfehlen wenn es kühler ist.
Wir sind dann bei teilweise 44 Grad weiter, und haben uns eine alte antike Stätte angesehen.
Eigentlich wollten wir uns mehr ansehen, aber uns wurde klar, wenn wir das durchziehen kommen wir in der Nacht in Erbil an, wir haben dann abgekürzt und sind ins Grand Hotel Istanbul, das ist OK, hat aber auch schon bessere Tage gesehen.
Und die Entscheidung war richtig, denn kaum waren wir im Hotel, war draussen ein Sandsturm, bei dem die Autofahrer mit Licht fuhren.
Wir machen mal einen Tag in Erbil Pause, weil wir ein paar Sachen erledigen wollen, mal schauen wie es weitergeht
1.7.2025
Nachtrag:
Wir sind ja in Erbil einen Tag geblieben, weil wir versucht haben für Reini das Iran Visum zu bekommen.
Antrag online, wir waren 3 x auf dem Konsulat in Erbil, aber heute leider die Antwort, dauert 5 Tage.
Die Zeit haben wir nicht, ist zu unsicher das es dann kommt.
Also alter Plan, über Kasachstan ins Pamir Gebiet, und dann unterwegs nochmal versuchen ob es bei der Rückreise klappt.
Aktuell wird es eine der 2 Varianten, die man unten auf den Bildern sieht, wir wissen aber noch nicht welche
3.7.25
Wieder zurück in Tatvan, und am lösen von Problemen
Wir sind am Morgen eigentlich zeitig aus Erbil los, wollten wir doch am Nachmittag wieder zurück in Tatvan sein um weiter Richtung Georgien zu fahren.
Der Tag fing schon komisch an, meine neue Batterie war leer, vermutlich weil irrtümlich das Parklicht 2 Tage brannte.
Das war aber schnell gelöst.
Dann hat Reini einen kleinen Fleck unter seinem Motorrad entdeckt, von dem wir mal nicht wussten wo er herkommt. Die Hoffnung war es ist Benzin.
Dann ging es erst mal zur Zitadelle in Erbil und weiter nach Mossul.
Temperatur teilweise 43-45Grad. Gefrohren haben wir nicht.
Dann am Weg langsam vorangekommen weil Unmengen an Checkpoints, teilweise Zeitaufwändig. In der Hitze wenig Spaß.
ich hatte mich zwischendurch geärgert, bin aber zu Hause dann draufgekommen, das wir von Kurdistan anch Federal Irak eingereist sind, für das man normalerweise ein eigenes Visum benötigt, dsa wir nicht hatten. Und so haben sich später die Checkpoints relativiert.
Um 14 Uhr waren wir dann endlich an der Grenze zur Türkei.
Die irakische Seite ging flott, und wir mussten bei der Ausreise auch wieder eine Gebühr zahlen, wie bei der Einreise, die wissen schon wie man Einnahmen kreirt.
Die Türkische Seite war dann mühsam.
Ein sadistischer Zöllner lachte und meinte wir müßen zum X Ray.
Ok, was solls, machen wir halt.
Dann wussten wir warum er lacht.
Jedes Fahrzeug benötigt je nach größe 20-30min für die Überprüfung und Auswertung, und 3 Fahrzeuge waren vor uns.
Der Beamte am Rötgen hat auch nur den Kopf geschüttelt warum man uns da herholt und hat uns zu verstehen gegeben, der Kollege wäre speziell. Ich habe es direkt ausgesprochen und gefragt ob das ein Ar....ch ist, da hat er nurngelacht und genickt...
Na gut, um 17.30 waren wir durch und sind dann die letzten 300km bis Tatvan weiter.
Kurz nach der Grenze wieder mal kein GPS Empfang für sehr lange Zeit.
Trotz Kartenmaterial haben wir öfters mal umdrehen müßen, weil auch die Beschilderungen nicht gerade ideal waren.
Mühsam.
Dann fing auch noch die Kupplung bei Reini an zu spinnen.
Da wussten wir dann woher der Fleck kam.
Der neu überholte Kupplungszylinder wieder undicht.
Auf dem Weg Bremsflüßigkeit besorgen und nachkippen.
Zumindest kamen wir um 23 Uhr dann in der Dunkelheit in Tatvan an.
Jetzt schauen wir mal wie es weitergeht.
Wir brauchen ein Ersatzteil.
Und müßen schauen wieviel Zeit wir damit verlieren.
Bei mehr als 2 Tagen wird unser Zeitplan trotz Puffer eng und wir müßen was ändern.
Bei einer Woche haben wir ein großes Problem und können unsere Reise sicher nicht wie geplant fortsetzen.
Aber momentan wissen wir noch gar nicht ob wir das Teil zeitnah bekommen.
Es bleibt spannend.
Aber Reisen ist einfach Abenteuer
5.7.25
Viele Überlegungen und eine Entscheidung: Zurück
Wir sind einen Tag in Tatvan geblieben und haben versucht unser Problem zu lösen.
Und die Zeit genutzt um Tee zu trinken und abzuwarten und auch mich wieder Salonfähig zu machen.
Dann die Vorentscheidung, wir fahren bis Erzurum, und dann entscheiden wir endgültig, ob wir Richtung Osten oder Westen weiterreisen.
Also am Morgen erst mal zum Nemrut Krater und dann weiter nach Erzurum.
Dort sind wir in den Bergen schon mal auf Temperaturen von 9 Grad gekommen und uns war nach den Tagen mit 44 Grad extrem kalt.
In Erzurum haben wir dann die Entscheidung getroffen, wir fahren zurück.
Es war nicht der Kupplungszylinder, es waren viele Dinge.
Wir haben eigentlich genug Fingerzeige bekommen, das es nicht sein soll, und weil wir es ungedingt durchziehen wollten auch anfangs ignoriert.
Aber am Ende hatten wir beide ein komisches Gefühl bei der Sache und fanden es gut, das zu verschieben.
Man muss manchmal auch auf sein Bauchgefühl hören.
Wir sind jedenfalls postitiv gestimmt und finden die Entscheidung richtig.
Dann kam gestern noch die Meldung hier im TV, das ein Pass zwischen Erzurum und Schwarzmeer wegen Schneefällen (Im Sommer !!!) gesperrt wurde.
8.7.25
Von Erzurum bis Niksar, Bolu und Bandirma
Am Morgen ging es in Erzurum bei 12 Grad und Regen wieder los.
Den ganzen Tag gab es immer wieder Regen, auch wenn es langsam weniger wurde.
In Niksar war das erste Hotel das wir anliefen behördlich geschlossen, und das zweite dafür super.
Niksar nach Bolu war wieder mal richtig heiß, und wir knackten zur Abwechslung zu den 12 Grad wieder die 44 Grad.
In Bolu wieder das Selbe, Hotel behördlich geschlossen, neues suchen.
Das hat sich aber als Glücksgriff erwiesen, und war toll. Mit schönem Restarant gegenüber.
Speisekarte mit QR Code, was ja modern ist, aber ohne Internet als Reisender eben nicht geht.
Dann von Bolu weg, das die Tagesetappe die geplant war kaum zu schaffen war, das war uns klar, also schauen wie weit wir kommen.
Sehenswürdigkeiten an den Wegen mitnehmen ist immer unser Ziel.
An dem Tag war es das sureale Villendorf, das verlassen ist.
Da hat wer angefangen 700 Villen für besser Gestellte zu bauen, und das ging irgendwie schief, entweder wollte das keiner, oder der Bauherr ging pleite.
Auf jeden Fall rotten die in der Landschaft bewacht vor sich hin.
Wir hatten wieder mal schöne kleine Strassen erwischt, sahen viel und kamen gut voran.
Nur durch Bursa zog es sich im Nachmittagsverkehr.
Wir sind dann nur bis Bandirma, haben uns ein Hotel gesucht und am Abend auf der Strasse gegenüber gegessen und ein Bierpub gefunden.
22.7.2025
Wieder zurück
Wir sind seit knapp über einer Woche wieder da, aber haben genug zu tun gehabt, darum jetzt erst ein Update.
Von Bandirma ging es mal nach Kavalla in Griechenland.
Von Kavalla sind wir auf kleineren Strassen weiter Richtung Nordmazedonien und dann bis zum Ohrid See, wo wir uns auf der Ostseite ein Hotel genommen haben. Die Passstrasse zum See war eng und beeindruckend.
Am nächsten Tag dann weiter nach Albanien und Montenegro.
Aber in der Früh hat uns das Navi mal schnell 40km in die falsche Richtung gelotst, und die mussten wir wieder zurück.
In Montenegro dann mühsamer Verkehr, wir sind aber durch und haben kurz nach der Grenze in Kroatien ein Hotel gesucht.
Eines hat am Strassenrand nach der Grenze günstig ausgesehen, aber die wollten 217 Euro, Danke und auf Wiedersehen....
Wir haben dann nach Dubrovnik bei unserer Nachtfahrt ein Hotel fast am Meer gefunden, und eingecheckt.
Und da saß ein Gast, der uns immer ansah, und ich dachte mir noch, der erinnert mich an wen.
Stellt sich später raus, das war Bernhard, der 2017 einen Vortrag von mir in Vorarlberg mit seinem Verein organisierte.
Wir saßen dann länger....
Nach dem Frühstück sind wir weiter.
Und weil der Verkehr an der Küstenstrasse super mühsam war, sind wir irgendwann auf die Autobahn abgebogen und haben Kroatien im Schnelldurchlauf durchquert.
Ich war ja schon oft genug da, und die Strecken sind auserhalb der Saison besser.
Vor Slowenien wieder Landstrasse und weiter bis zu einem Vorort von Lubijana.
Dort haben wir dann unseren Abschied gefeiert, Reini würde am nächsten Tag über den Mangart Richtung Bayern fahren, ich über die Steiermark mit Kernöl kaufen nach Wien.
Kurz vor Wien hatte ich das Glück, endlich wieder in ein richtiges Gewitter reinzukommen und schön nass zu werden.
Auch angenehme Abwechslung nach der Hitze
Auf jeden Fall sind wir nach knapp 10.000km in 3 Wochen wieder gut angekommen.
Und zu Hause hab ich mir mal stumpf Spaghetti gemacht, mal was anderes zu Essen