Klaus Reisepage
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REISEN - Jeder hat seine Art wie man das empfindet...

Wie man Reisen unterschiedlich sehen kann

 

Bei einem Video eines Mitfahrers ist mir der Satz „Die schönen Momente muss man sich oft mühsam erarbeiten“ lange im Kopf hängen geblieben.

 

Immer wieder habe ich mich gefragt warum sieht er das so, ich war ja auch auf derselben Reise und hatte einen anderen Eindruck.

 

Für mich war die ganze Reise ein schönes Erlebnis, bis auf einzelne Momente oder zwischenmenschliche Probleme abgesehen.

 

Sowas gibt es aber immer und das muss man auch lösen können. ( oder sollte es können, geht aber nicht immer wie ich feststellen musste )

 

Ich hab dann lange nachgedacht, warum ist das so, wieso sehe ich die gesamte Reise als ein schönes Erlebnis und mein Mitfahrer nur punktuelle Dinge als schönes Erlebnis.

 

Irgendwann kam ich an den Punkt, wo ich zuerst einmal versucht habe zu analysieren wie es bei mir ist.

Da gehört die Reise von Anfang bis zum Ende für mich als Reise im Gesamten dazu.

Also auch die Fahrtage, auch wenn es mal regnet oder kalt ist oder man ein Hotel sucht, und auch Etappen wo es lange und gerade dahingeht oder durch eine Wüste.

 

Ich habe festgestellt, das man an langen Geraden Strecken total viel sehen und erleben kann, wenn man einfach die Augen öffnet und das auf sich wirken lässt.

 

Auch in der Wüste gibt es mehr zu sehen als langweilige Straße und Sand.

Man muß nur schauen, das aber geht nicht wenn man das als Mühsam sieht und nur durchknallt um vorwärts zu kommen.

 

Und dann ist mir so langsam gedämmert, warum eventuell meine Mitfahrer dieses Erlebnis nicht hatten.

 

Unabhängig davon das es eigentlich etwas knapp bemessen war mit dem was man sehen/fahren wollte und was man an Zeit zur Verfügung hatte wurden halt am Anfang in der Planung einige Sehenswürdigkeiten herausgesucht die die Highlights der Reise darstellten.

 

Und das waren die Punkte auf die alles ausgerichtet war.

 

Und dann kam der Moment, wo man losfuhr und 15.000km in 5 Wochen vor sich hatte um auch diese Punkte einzubinden.

 

Und ich bekam unterwegs nicht mit das es nur um diese wenigen schönen Punkte ging.

Ich war immer verwundert, warum man dazwischen einfach nur überall durchknallt ohne mal an schönen Plätzen stehenzubleiben oder auch mal Fotos zu machen.

Oft genug bekam ich die Antwort „da gibt es ja nichts zu sehen“ wenn ich mal nachfragte ob wir nicht mal einfach etwas langsamer machen können und mal auch Fotos machen.

 

Und ich hab mich immer gewundert warum das so ist.

 

Wenn ich daran zurückdenke das im Pamir die Entscheidung kam abzukürzen und eher am schnellsten Weg Richtung Heimat zu fahren und halt noch die Stätten in Usbekistan und Turkmenistan mitzunehmen hab ich noch gedacht das ist nur weil es zu anstrengend ist.

 

Da hab ich noch nicht erkannt das es wohl eine Mischung aus anstrengend ist sowie der Einstellung, das man ja alles nur auf diese „Highlights“ ausgerichtet hat und die Wege dazwischen nur als notwendige Überbrückung zwischen den Zielen sah.

 

Und das ist wohl der Punkt wie man dann ganz unterschiedlich so eine Reise aufnimmt.

Wenn man das gedanklich nur auf wenige Punkte ausrichtet, dann wird man in den restlichen Wegen dazwischen vermutlich nicht viel Positives sehen können, weil man die Schönheit auch vieler anscheinend öder Wege nicht erkennt.

 

Aber auch die gehören zu so einer Reise dazu und sind Teil des Ganzen.

Man kann sich über öde Strecken ärgern oder freuen.

Bei letzterem kann man dann auch mal Positive Seiten daran sehen und auch diese Eindrücke im Gesamtbild mitnehmen.

 

Die schönen Orte die man sehen wollte können auch mal enttäuschen wenn man zuviel Erwartung hineinsteckt. Und die scheinbar langweiligen orte können überraschen, man muß es nur zulassen.

 

Aber auch die wirklich tollen Kulturstätten gehören zu so einer Reise genauso wie die Menschen die man trifft, Gespräche mit anderen Reisenden ( solange man sich nicht immer absondert in schöne Hotels wo man eben diese dann nicht mehr trifft ) wie auch Sonne, Hitze, Kälte, Regen oder lange Tagesetappen.

 

Genau dieser Mix aus verschiedenen Eindrücken macht dann das aus, was so eine Reise am Ende bei einem selbst im Kopf hängen bleibt.

Und wie man diese Dinge sieht, das hat man mit der eigenen Einstellung ganz klar selbst in der Hand.

Das entscheidet jeder für sich.

 

 

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© Klaus Hübner