Klaus Reisepage
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Teil 7: Kirgistan und Tajikistan

 

Nach einem kurzem Fahrtag mit ca 250km kamen wir in Bishkek an.

 

Karim hatte am Vortag im Internet noch lange nach einer passenden Unterkunft gesucht und auch was gefunden.

Nettes und neues Hotel zu günstigen Preisen ( 30 Dollar/Person )

Es war so neu das sie Küche am Abend etwas überfordert war, wir bestellten Pizza und der Pizzaofen hatte immer nur Platz für ein Stück, so kamen die nach und nach.

Dafür wurden wir auf 2 Pizzen auf Haus eingeladen.

Abschluss des Tages war mit einer kleinen Flasche Kirgisischen Vodka.

 

In der Früh waren wir schon um 7 Uhr beim Frühstück, aber da es regnete ließen sich alle etwas Zeit und wir starteten erst gegen 9 Uhr mit den Motorrädern.

Tagesplan war Osh, ca 650 km und gleich nach Bishkek sollte es über 2 Bergpässe mit fast 3500 Metern gehen.

 

Es war Sonntag und wohl Markttag am Rand von Bishkek, der Verkehr war hier mühsam.

Aber wir kamen irgendwann dann endlich in das Tal wo es gleich in Serpentinen auf 3500 Meter hochging und hinein in den ersten Tunnel auf der Höhe.

 

Es war kalt  aber der Regen hörte langsam auf.

Wirklich großartig ist diese Bergwelt hier.

Man ist selbst eben auf 3.500 Metern und rundherum sind die Berge noch höher.

Es gibt eine Unmenge an Jurten neben der Straße, hier kann man übernachten, Essen oder diverse Produkte kaufen, frischen Fisch, Getrocknete Milchprodukte und vieles mehr.

Auffallend ist wie einfach die Menschen hier leben.

 

Wir kehren kurz bei einer Tankstelle ein um uns etwas aufzuwärmen bevor es weitergeht.

Kurz vor dem Toktogul See werde ich vorsichtig.

Weiß ich doch das hier korrupte Polizei unterwegs ist.

 

Ich fahre vor weil ich das eben kenne und passe ganz genau auf die Beschränkungen auf.

Irgendwann sitzt rechts ein Polizist und ich sehe wie er sein Funkgerät nimmt und reinredet.

Jetzt ist klar, in Kürze wird man versuchen uns abzuzocken.

Und genau so war es.

Ich sehe das 60er Schild und bremse brav davor.

Man hält uns auf und bezichtigt uns wir wären zu schnell gefahren und müßen zahlen.

 

Aber nichts da, ich gehe sofort auf Angriff über und lehne Geld kategorisch ab und schimpfe, Roxy auch gleich.

Wir wissen wir haben nichts falsch gemacht.

Ich schimpfe mehrmals laut „Policia corrupt“ das es auch jeder hört der rumsteht und erkläre Ihnen auch das ich jetzt das „Konsulat“ anrufe.

Was ich auch versuche, aber es war Sonntag und nicht besetzt. Weiß aber der Polizist nicht..

Jedenfalls hat er schnell gemerkt bei uns gibt das Ärger und wir wurden aufgefordert weiterzufahren.

 

Also geht auch so. Und das Lustige daran, es waren die gleichen 2 Polizisten die uns 2017 abgezockt haben.

 

Inzwischen ist das Wetter gut und die Sonne da und es geht schön dahin.

Wir umrunden den Toktogul See, der ziemlich lange ist und es geht weiter aus den Bergen heraus entlang der Usbekischen Grenze.

Wir passieren da noch einen Tankwagen der in einer Kurve zur Seite gekippt ist und herumliegt. Muss kurz vorher passiert sein.

Es ist inzwischen mittlerer Nachmittag und wir haben noch eine Zeit zu fahren.

 

Das Navi von Karim zeigt viel weniger an Kilometern und ich bin verwundert, bis mir klar ist es würde uns über die Abkürzung in Usbekistan führen, die wir natürlich nicht nehmen können. Wir müssen natürlich um Usbekistan herumfahren, was hier wie eine Nase nach Kirgistan hineinragt.

 

Langsam wird es finster und wir haben noch eine Strecke vor uns.

Jetzt geht uns die Zeit ab die wir in der Früh vertrödelt haben mit dem Abwarten ob der Regen aufhört.

Dazu kommt das die Autofahrer hier in Kirgistan wohl eher gewohnt sind sich eben nicht an Regeln zu halten und nur der Recht hat, der nicht bremst und schnell ist und sich nicht abdrängen läßt.

 

Also nicht gerade die besten Bedingungen zum Nachtfahren.

Wir erreichen das Nuru Hotel in Osh gegen 22 Uhr und checken im Hotel ein.

Ein ( oder 2 ) Bier in der Bar und dann ab ins Bett.

Ralf und Sven suchen sich noch ein Restaurant ums Eck.

 

Am nächsten Tag geht es dann nach Tajikistan.

Mal sehen wie weit wir kommen.

Zuerst nach Sary Tash, was schon auf ca 3000 Metern liegt und dann weiter über die Grenze nach Tajikistan.

 

Osh liegt auf ca 800 Metern als wir losfahren.

Wir haben Glück, es ist gutes Wetter und es geht gut voran.

Am Weg nach Sary Tash passieren wir einen Platz wo ein Erdrutsch war, da war wohl am Vortag noch alles gesperrt .

Auf dem Weg dorthin queren wir den Taldyk und den Stools Pass, beide um die 3.600 Meter.

 

Nach Sary Tash sieht man auch die beeindruckende Kulisse des Pamirs. Man ist hier bereits über 3500 Metern und hat Blick auf die Ausläufer der 7.000er, wo sich auch der Peak Lenin mit über 7.500 Metern und der höchste Berg Kirgistans verbirgt.

Leider von der Strasse selbst nicht zu sehen.

 

Wir erreichen die Grenze auf Kirgisischer Seite auch ca 3.700 Metern Seehöhe und merken da schon das man weniger Sauerstoff bekommt.

Schon das besteigen einer kleinen Treppe oder das bücken nach den Schuhen ruft leichten Schwindel hervor.

Vom Kirgisische Grenzübergang zum Tajikischen sind es noch mal 20km Niemandsland auf Lehmstrassen die hier niemand repariert weil sich keine Seite dafür verantwortlich fühlt.

Diese Strasse ist bei Regen sicher eine Herausforderung, de ich nicht zwingend haben muß.

 

Der Grenzübergang selbst ist der Kyzylart Pass auf 4.250 Metern und hier merken wir die Höhe schon extrem.

Wir alle haben Probleme mit der Höhenkrankheit und hätten uns nicht gedacht das die so schnell in Echtzeit zuschlägt.

 

An der Grenze kämpfen wir schon mit Schwindel. Im Fahren geht es, einfach schneller atmen und das Visier des Helmes leicht offen halten.

Wir sind gespannt wie es weitergeht, stehen doch ein paar Pässe noch am Plan bevor es wieder hinuntergeht.

 

Uns ist schon klar das wir unbedingt Murghab erreichen wollen das wieder auf 3.700 Metern liegt, und damit tiefer.

Ein Stop am Karakul See mit über 4000 Metern ist keine Option für eine Übernachtung bei den Symptomen.

 

Aber vorher geht es noch über den Uy Buloq Pass mit 4.300 M und den berühmten Ak BaitalPass mit 4655 Metern Höhe

Und dort war der Schwindel wirklich krass.

Sobald ich stehenbleibe habe ich Probleme das Motorrad im Gleichgewicht zu halten,

Sobald ich wieder fahren geht das gut, da habe ich mich voll im Griff, leichtes Hyperventilieren und Visier oben hilft immer.

Also nur kurz stehenbleiben, Foto machen und weiter, wir wollen wieder tiefere Lagen erreichen.

 

Die Kulisse ist hier beeindruckend.

Man fährt auf über 4000 Metern an einem Grenzzaun zu China vorbei, der aber nicht die Grenze ist wie viele oft schreiben sondern 10 km zur Grenze vorgelagert und von Tajikischen Truppen überwacht wird.

Die Strasse geht oft gerade durch die Berge und man fährt über 4000 Metern Höhe herum und es sind immer noch Berge die links und rechts in die Höhe gehen.

 

Es wird langsam finster und wir erreichen Murghab wo wir uns ein Quartier suchen.

Dort gibt es eigentlich nur Homestays, die man nicht mit Hotels vergleichen kann.

Da haben sich Einwohner auf den langsam beginnenden Tourismus eingestellt und stellen eben einfache Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Landestypisch mit Teppichen oder manchmal dünnen Matratzen am Boden.

So auch hier und es war sogar ein Europäisches WC, zumindest der Sitz im Garten aufgebaut.

Wir hatten uns am Abend noch 5 Bier bestellt und unsere Unterkunftgeber sind losgefahren das zu besorgen und kamen mit 1 ½ Liter Flaschen zurück.

Das war aber ehrlich gesagt zu viel.

 

Ich selbst habe in der Nacht relativ gut geschlafen und hatte am Morgen eigentlich auch die groben Probleme mit der Höhe überwunden.

Karim hatte in der Nacht wohl immer noch Probleme und mußte sich immer aufsetzen weil er nicht liegen konnte.

Er war wohl so ziemlich der Sportlichste von uns und wie wir dann später oft gehört haben erwischt es die Sportler oft am Gröbsten, weil der Körper gewohnt ist immer das Ideal an Sauerstoff usw zu bekommen, im Gegensatz zu Rauchern oder eher unsportlichen Menschen, da ist der Körper eben gewöhnt das nicht zu bekommen und kann besser reagieren.

 

Aber am Morgen ging es nach einem Frühstück wieder los, alle frisch und unser Plan war heute in das Wakhan Tal abzubiegen.

Vorher würden wir aber noch eine Zeitlang auf 4000 M und höher herumfahren und auch wieder ein paar Pässe mitnehmen.

 

Beim ersten Stop in einem Cafe am Strassenrand erklärt uns Karim dann das er und Roxy den direkten Weg über die M41 nach Chorogh nehmen werden.

Er stellt uns aber frei das wir das Wakhan Tal machen und wir uns in Chorogh treffen.

Ralf und Sven sind auch für den kurzen Weg aus dem Pamir raus und für mich ist auch klar, wir sind ein Team und da bleibt man zusammen.

Also auch ich fahre mit Ihnen weiter auf der Hauptstrecke.

 

Ich hatte das ja schon kommen sehen das Karim die Strecke abkürzen will.

Er hatte sich sehr viele Sehenswürdigkeiten auf die Tour gepackt und mit ca 5 Wochen war es schon eine Aufgabe die 15.000km zurückzulegen.

Und ich weiß aus Erfahrung das tägliches Fahren müßen über Wochen schon anstrengend ist.

Das sind 3.000km pro Woche auf Untergrund wie man ihn von Europa eher nicht kennt.

Ich hatte schon ein paar Tage darauf gewartet das es eintritt und es kam auch wie gedacht.


Aber eigentlich kein Problem, denn die Hauptstrecke durch den Pamir ist schon schön genug und ich hatte nicht das Gefühl hier was zu verpassen.

Also ab nach Chorogh und das erreichen wir dann auch am Nachmittag und sind auch wieder auf 2.700 Metern herunten.

Das ist dann doch für alle wieder eine Wohltat in diesen tiefen Lagen zu sein.

 

In Chorogh gibt es die Pamir Lodge, wo man normal auch alle anderen Motorrad und fahrradreisenden trifft aber die Truppe wollte unbedingt ins LAL Hotel, was uns empfohlen wurde.

Der Besitzer ist geschäftstüchtig und gibt die normalen Zimmer nur für Einheimische Reisende heraus und hat für Touristen nur mehr die guten Zimmer über.

Für 35 Dollar pro Person versteht sich.

 

Am Abend dann noch Essen beim Inder, auch super endlich mal etwas Anderes als Kebap und Schaschlik.

Ab Chorogh geht es Richtung Khalaikum dann denPanj entlang, der auch die Grenze zu Afghanistan stellt.

 

Aber zuerst einmal tanken.

Wir haben das immer so gehandhabt das man in der Reihenfolge wie man zur Tankstelle fährt wieder tankt.

Ich war der Letzte und hatte das Pech das genau als ich dran war ein Stromausfall war.

Also kein auffüllen des Tanks, was nicht so schlimm war denn ich hatte 500km Reichweite und würde noch locker 160km kommen.

 

Die Strecke entlang des Pamj ist einfach überwältigend.

Permanent sieht man Afghanistan auf der anderen Seite und man bemerkt das dort die Dörfer und das Leben schon viel einfacher sind.

Bis Khalaikum sind es 250 km und die Strecke geht die ganze Zeit an der Grenze entlang.

 

Gesamt sind wir ca 400km entlang der Afghanischen Grenze unterwegs gewesen.

 

Was mir hier gut gefällt ist die Gastfreundschaft in Tajikistan. Die Menschen wirken für mich viel offener und fröhlicher und auch freundlicher als ich es die 3 x davor in Kirgistan erlebt habe.

Wir kommen dann am Nachmittag in Khalaikum an und Karim sieht ein schönes Hotel und steuert gleich darauf zu.

Er geht fragen und als er zurückkommt teilt er uns mit das die Zimmer 100 Dollar kosten und er das gerne nehmen würde.

Nach der Aktion in Almaty weigere ich mich das ich mir für 100 Dollar ein Zimmer nehme.

Noch dazu in einer Ecke wo an normal günstige und gute Zimmer bekommt.

Und ich weiß das am Ortsausgang auch einfache Hotels sind und das direkt am Fluss im Ort.

 

Also alle mal hin und es stellt sich raus, einfache aber saubere Zimmer um 18 Dollar mit Abendessen.

Das ist schon ein Unterschied.

Karim und Roxy fahren zurück in das teure Hotel, Ralf und Sven bleiben auch hier.

 

Es kommt zwar immer die Meldung das man sich das ja leisten kann. Aber um das geht es mir nicht.

Es wurde ja auch vor der Reise ausgesprochen das es auf so einer Reise eben nicht immer Hotels nach Europäischen Standards gibt und es ist mir persönlich das auch nicht wert für eine einfache Übernachtung 100 Dollar auszugeben, Sehe ich nicht ein.

Dazu kommt noch, das man in den teuren Hotels immer von den Begegnungen mit den Menschen in den Ländern abgeschirmt ist.

 

Auf jeden Fall ist es auch nett am Fluss zu sitzen und zu Abend zu Essen und Bier zu trinken.

Das Hotel hat auf jeden Fall viel Charme, auch wenn es einfacher ist.

 

Aber an dem Abend mußte ich nochmal ziemlich schlucken.

War es doch eigentlich so das ich immer auf Wunsche der Anderen meist vorausfuhr weil ich ja schon diese Ecke kenne, und weiß wo Polizei sein wird, wo es was gibt usw.

 

Aber am Abend hat sich Ralf dann mal die Zeit genommen mir zu erklären ich wäre nicht der Reiseleiter ( als was ich mich auch nie gesehen habe )

Und mir wurde vorgeworfen das ich mich hier einmische und eigentlich war ja immer klar das Karim, Roxy, Ralf und Sven die Reise machen und auch geplant haben und ich 

nur als Fünfter dazugekommen bin.

Da mußte ich schon mal ziemlich schlucken wenn einem so klargemacht wird das man das 5. Rad am Wagen ist und eigentlich nichts zu sagen hat.

Abgesehen davon weil es meiner Meinung nach auch nicht stimmte da ich von Anfang an mit Karim in Kontakt war als es noch darum ging das es Vladivostock wird.

 

Aber egal, für mich war die Entscheidung klar, wenn sowas als Meldung kommt dann nehme ich mich zurück, fahre hinten und nicht mehr vorne und mische mich nicht weiter ein,

 

ich dachte eigentlich das man sich freute mich dabeizuhaben weil ich eben diese Länder kenne.

Hat man ja auch gesehen als die Probleme an Karims Motorrad waren, ich wusste überall wo wir hinmüssen um das zu reparieren und haben das immer schnell erledigen können.

Es war wohl so das Ralf gewohnt ist das er immer alles organisiert und als Erster fährt und bestimmt wo es langgeht. Damit kam er wohl nicht klar wenn es dann doch nicht er war.

Um meinen Frieden zu haben hab ich Ihm wieder diese Rolle überlassen.

Was ich später noch bereuen würde.

Im Nachhinein betrachtet wäre es vernünftiger gewesen sich hier von der Truppe zu trennen.

 

Egal, am nächsten Tag letzte große Strecke bis Dushanbee angedacht, 350km, davon der Großteil wieder auf Asphalt.

Südroute aus dem Pamir raus und noch einen Teil am Panj entlang bevor es ins Landesinnere geht.

 

Es war wieder einmal ein heißer Tag und wir haben am Weg auch die Stelle passiert, wo 2 Wochen vorher das Attentat auf die Radfahrgruppe stattfand mit 4 Toten.

In der Kurzen Zeit war da auch schon ein Denkmal aufgestellt.

 

Und was man als Konsequenz daraus auch merkte, es waren viele Bewaffnete Trupps entlang der Strasse im Panj unterwegs, und auch Spezialeinheiten die Kontrollen durchführten.

 

Unterwegs kehrten wir in einer Stadt noch in ein Restaurant ein und haben uns gemütlich Mittags die Bäuche vollgeschlagen.

 

Je näher wir nach Dushanbee kamen umso besser wurden die Strassen.

Am Nachmittag dann im Hotel eingecheckt was Karim lange rausgesucht hat und wo er für und auf booking.com gebucht hat.

 

Ich hatte natürlich wieder mal Pech, bei meinem Zimmer sagte die Managerin das sie das leider nicht mehr hat weil booking.com einen Fehler gemacht hat ( was sicher nicht so war )

 

Sie hat mir ein Zimmer angeboten was halb so groß war.

Mir egal, nehme ich auch.

Als ich nach den Einchecken dann zahlen ging wollte die plötzlich für das halb so große Zimmer mehr Geld als für unsere Buchung. Als ich das hinterfragte warum das teurer ist kam schon die unfreundliche Antwort wenn es mir nicht passt kann ich ja sofort ausziehen.

Also Karim angerufen er möge bitte kommen und nochmal die Bestätigung von Booking.com herzeigen und wir bestehen darauf.

Karim saß dann aber nur da und zuckte hilflos mit den Schultern und erklärte mir sei wohl ein Fehler von booking.com und da kann er nichts machen.

Naja, Pech gehabt, ich hätte mir halt etwas Unterstützung erwartet.

 

Wir sind Abends noch raus in den Park des Parlaments um ein Restaurant zu suchen, haben da aber nichts gefunden und dann ein wirklich gutes Steakhaus genommen das gegenüber dem Hotel lag.

Bier inclusive.

 

In der Zwischenzeit haben Roxy, Karim und ich schwere Probleme mit dem Magen bekommen. Roxy und Karim ernährten sich nur von Keksen und Cola, und bei mir war es nicht viel besser.

Die ganze Nacht musste ich alle 30 Minuten auf das WC weil bei mir alles rauskam was irgendwo im Körper war.

Ich hab gar nicht so viel reingegessen was da wieder rauskam.

Wir hatten dann noch einen Tag in Dushanbee extra, auch da war nicht daran zu denken das Hotel zu verlassen, es war einfach nur ein Versuch die Verdauung wieder irgendwie hinzubekommen.

 

Es war Samstag und wir waren unterwegs zur grenze bei Panjakent nach Usbekistan.

Diese Grenze war das erste Jahr seit langer Zeit wieder in Betrieb, was es deutlich einfacher und kürzer machte.

Ich war doch schon etwas erschöpft weil ich kaum mehr geschlafen habe seit 2 Tagen.

 

Es war heute die letzte Strecke in Tajikistan und kurz nach Dushanbee gab es noch einmal eine unschöne Szene an einer Tankstelle.

 

Ich war der Erste an der Tankstelle und es war in der Vergangenheit immer üblich in der Reihenfolge zu tanken.

Bin ganz normal stehengeblieben, hab den Zapfhahn in meinen Tank gesteckt und bin zur Kasse. Hier ist es üblich immer vorher das Geld hinzulegen und dann zu tanken.

Ralf läuft an mir vorbei zur Kasse ( der als 3. Zur Tankstelle einfuhr ) und legt das Geld hin.

Ich sage noch er soll lieber mich vorher zahlen lassen sonst kommt ein Durcheinander raus.

Er ignoriert mich, schiebt mich noch zur Seite und diskutiert weiter. Ich sag das nochmal mit dem zahlen weil ich das schon kommen sah was da abgehen wird.

Egal, er legt das Geld hin, ich meines und gehe dann tanken, dann wieder zurück mein Wechselgeld holen.

Natürlich gab es Chaos, denn nun verstand der Tankwart nicht mehr was los ist und wer was an Retourgeld bekommt. 

Ergebnis: wir standen mal rum.

Ralf rennt wutentbrannt her, beschimpft mich und schreit mich an „Du mit deiner Scheiss Vordrängerei“ 

Der Rest steht nur rum und nickt. 

 

Das war der Moment wo ich es echt bereut habe die Truppe nicht schon im Pamir verlassen zu haben.

Nicht ich habe mich vorgedrängt, ich war oft genug an Tankstellen letzter, weil ich auch als letzter hinkam, hab sogar mal keinen Sprit mehr bekommen weil Strom fehlte und musste mich hier anschreien lassen, noch dazu von dem der sich vorgedrängt hatte. Und der Rest nickt nur.

Ist wohl wirklich so, wer am lautesten schreit hat Recht.

 

Auf jeden Fall war das der krönende Abschluss in Tajikistan und ich kochte innerlich.

 

Die Grenze zu Usbekistan war dann auch schnell erreicht, es waren an dem Tag ja nur 250km bis zur Grenze und auch noch einmal alle Tanks anfüllen bevor es nach Usbekistan geht. Benzin ist dort viel schwerer zu bekommen.

 

 

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© Klaus Hübner