Klaus Reisepage
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Teil 8 - Rückreise Ulaanbaatar bis EU Aussengrenze

Rückreise:

 

Nach der Mongolischen Ess und Vodkadiät war nun wieder Heimreise angesagt.

 

Erster Tag diesmal etwas früher los und ab zur Grenze.

 

Ein wunderschöner Tag ohne Regen und die Strecke bis zur russischen Grenze schnell erledigt.

Die Grenze hat sich etwas gezogen, das aber auch deshalb, weil die Grenzbeamtin echt mühsam war.

Sie hat die englischen Zettel für den temporären Motorradimport auf kyrillisch neu geschrieben, da einen utopischen Wert von 500.000 Rubel ( ca 8000 Euro ) für die 25 Jahre alte Transalp eingegeben ( da hätte ich Stress mit dem Zoll, wenn das Motorrad einen Schaden hat und dableiben muß ) und dann auch noch das Kennzeichen falsch eingegeben, bin schon gespannt auf die Ausreise.

Als die Grenze endlich erledigt war ging es weiter, doch kurz nach der Grenze hatte ich einen „Plattfuß“ vorne am Reifen.

 

Also schnell mal in der Hitze den Vorderreifen reparieren.

 

Wegen Hitze: es hatte so um die 36° und das blieb auch 3 Tage so.

Am Abend in Ulan Ude ein Hotel bezogen was ich mir vorher ausgesucht habe und noch einen Abendspaziergang mit Sightseeing gemacht.

 

Am nächsten Morgen Ulan Ude angesehen und danach zuerst in Richtung Osten fahren um eine aufgelassene Raketenstellung zu besichtigen. Das war gar nicht so einfach, da die Strasse dahin am Anfang abgegraben war um zu verhindern das man da einfährt. Aber ich fahre ja nicht 30 km in die falsche Richtung um dann umzudrehen. Also Versuchen. Und auch geschafft.

 

Die Raketenstellung wurde aufgegeben, ist aber immer noch spektakulär.

 

Dann wieder zurück und weiter am Baikal entlang. Der See fasziniert mich immer wieder.

Hohe Berge im Hintergrund. Von weitem war über dem See eine Dunstwolke zu sehen und immer wieder kleine Wald oder Wiesenbrände. Später hab ich dann herausgefunden das die Dunstwolke in Wahrheit von den Waldbränden um den See war, die gerade wüteten.

 

Tagesziel Irkutsk, die Stadt hatte ich letztes Mal ausgelassen und wollte ich mir diesmal näher ansehen. Groß, wie viele Städte in Sibirien. Und viele schöne Holzhäuser.

 

Und am Morgen auch wieder eine Stadtrundfahrt und anschließend ein Tag mit Kilometer machen.

 

Diesmal eine einfache Gostiniza ( Motel ) entlang der Strecke.

In der Nacht hatte es geregnet und es war noch alles nass. Die Temperaturen waren auch nicht gerade prickelnd und ich wollte am Weg nach Mariinsk unbedingt die alte und aufgelassene Nuklearraketen Kaserne bei Ilansky besuchen. Dazu hatte ich Wegpunkte in meinem Navi.

 

Aber die Strasse zu den angeblich alten Stellungen der Silos war absolut verschlammt und nach dem Regen waren mir für eine aufgelassene Stellung zu viele frische Spuren ( maximal 2-3 Stunden alt wegen dem Regen ) schwerer Fahrzeuge wie Kamaz usw. also hab ich da aufgegeben und bin nur in die alte Kaserne hinein.

 

Das Tor war offen und ich bin dort herumgefahren um zu fotografieren.

Als ich wieder aus dem Gelände raus wollte stand da ein „Zivilist“, der ziemlich trainiert aussah und für einen Holzfäller viel zu gepflegt war.

 

Der wollte dann wissen ob meine Gopro arbeitet, ich hab mich immer dumm gestellt und auf meinen Fotoapparat gedeutet und immer Baikal – Austria gesagt. Irgendwann hat er dann nur gefragt ob ich alleine bin und mich ziehen lassen.

 

Anscheinend wird da heute noch geschaut, wer das Gelände betritt.

 

Weiter durch Kansk, wo ich wieder an einem riesigen Militärflughafen vorbei bin, wo Unmengen an MIG’s rumstehen.

In Kansk hab ich auch Balacz getroffen, einen Ungarn auf einer 250er Honda, den wir mit Kupplungsschaden schon im russischen Altai vor der Mongolischen Grenze getroffen hatten.

War ein lustiges Wiedersehen.

 

Weiter nach Mariinsk.

Dort bin ich erst mal in einen Regen gekommen und habe dann in der Stadt ein Hotel gesucht, das war gar nicht so einfach, denn 2 Hotels die laut Navi Wegpunkten existieren sollten waren einfach geschlossen. Und das nächste Hotel war irgendwie nach den Karten nur über die Eisenbahn zu erreichen.

 

Jede Strasse die dort hinführte stand an der Transib an.

So bin ich dann nach dem Rat eines Einheimischen über die Schienen im Bahnhof gefahren um die andere Seite zu erreichen.

Und dort dann auch das Hotel gefunden, eine sehr einfach Gostiniza, aber sauber und freundlich

Nur der „kurze“ Fußweg zum nächsten Cafe um etwas zu essen waren dann doch 2,5km, pro Strecke versteht sich.

 

 Der nächste Tag sollte bis Novosibirsk führen und der Tag begann mit Ordentlich Regen.

Also rein in den Regenanzug und los.

War eigentlich unspektakulär, weil eben viel Regen.

Erst am Nachmittag in Novosibirsk wurde es besser. Ich hab auf booking.com ein gutes Hotel gegenüber dem Bahnhof günstig ergattert und bin dann noch in der Stadt rumgelaufen und hab auch den wirklich schönen Bahnhof besucht.

 

Am nächsten Tag habe ich auf dem Weg nach Omsk 2 russische Africa Twin Fahrer getroffen.

Die erzählten mir was von furchtbar schlechter Strasse wo sie gerade herkamen. Als ich die Strasse dann gefahren bin, dachte ich mir nur, na viel Spaß wenn Ihr weiter nach Osten kommt, denn die Strasse war eigentlich gut und nur mit „normalen“ russischen Schlaglöchern übersäht.

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Auch heute wieder den ganzen Tag Regen. Mal stärker, mal schwächer, aber immer Regen.

Das sollte ab jetzt eigentlich auf dem Weg Richtung Westen mein ständiger Begleiter sein.

Ich hab einfach ab hier täglich in der Früh vorsichtshalber meine Regensachen angezogen. Und nie umsonst.

Auf Omsk hab ich mich schon gefreut aber die Lokalmeile am Strand des Flusses war ziemlich verweist, wo ich 2 Jahre davor noch mit vielen Leuten gesessen bin und die Stadt genossen habe.

 

Fast alle Lokale abgebaut und kaum Leute da. Und da es regnete bin ich sowieso in ein kleines Restaurant und hab es mir da gutgehen lassen.

 

Weiter nach Kurgan. Ich wollte dort dann je nach Wetter und Laune entscheiden, ob ich den nördlichen Weg über Ekaterinenburg und Yaroslav nehme, oder den südlichen Weg über Ufa und Nishni Novgorod.

 

Ich bin auf dem Weg auch um Kasachstan herumgefahren anstatt durch das Grenzeck. Es wäre zwar eine Abkürzung von ca 90 km entgegen der Strecke um Kasachstan herum, aber für einen Europäer zahlt sich das mit der Grenzkontrolle usw nicht aus, da spart man sich keine Zeit, im Gegenteil.

 

Dafür gab es auf der Strecke eine kleine Überraschung. An einer einsamen Strasse, die man auf Grund von Beschränkung und Zustand nur mit 40kmH fahren kann, da war ein Auto und der Fahrer  hat versucht Leute aufzuhalten. Sah von der Weite aus wie es die Polizei macht, aber da es sich um ein altes Zivilfahrzeug handelte war ich stutzig und bin nicht stehengeblieben.

Als der Fahrer das merkte versuchte er loszusprinten und mich vom Motorrad zu ziehen.

Also war mein erster Verdacht nicht falsch. Ich hab das schnell erledigt indem ich Gas gab und einen Tritt von der Seite. Der Typ hat sich in den Strassengraben überschlagen und ich war weg. Ich war aber überzeugt, das da noch mehr gewartet hätten und ich wohl um die ein oder Andere Sache leichter weitergefahren ( oder gegangen ) wäre......

 

Kurz vor Kurgan ist mir dann mein Tachoseil gerissen und ich hab das dann am Abend im Hotel noch schnell repariert.

Mit Hilfe eines Russen, der relativ gut Englisch sprach und mir mit ein paar Bier „assistierte“

 

Heute auch die Entscheidung, ich fahre über Ekaterinenburg und Perm mach Yaroslav.

Will eine andere Strecke fahren und neue Städte sehen.

Regen und Sonnenschein wechseln sich ab, aber wärmer als 15 ° wird es trotzdem nie.

Bei Ekaterinenburg überquere ich wieder die Grenze Asien- Europa.

Und den Ural ebenso.

 

Es ist beeindruckend was man so alles sieht.

Die Gegend ist stark bewaldet und auch sumpfig.

Viele Verkäufer von Pilzen ( Unmengen an Eierschwammerl ) Diverse Raketen die auf Abschussgerüsten zur Schau gestellt werden, schöne aber verlassene und verfallene Kirchen. Eisenbahnwaggons, die als Cafes benutzt wurden, oder auch in Garagen umgebaut . Schisprungschanzen bei Kirov, Flugzeuge in Städten sowie Panzer und viele schöne typische russische Holzhäuser.

 

In Perm checke ich wieder in ein Hotel ein, das ich mir in der Früh noch gebucht hatte.

 

Nachdem ich einmal keinen Platz zum Schlafen bekam, weil ich von der Strasse etwas verschlammt und verstaubt war, da habe ich meine Taktik geändert und buche in der Früh ein Hotel in dem Ort den ich am Abend anfahren will.

So muß ich dort nicht fragen ob ein Platz frei  ist, sondern ich gehe hinein und sage „ Ich habe reserviert“ Da können die nicht mehr aus und ich bekomme gute Hotels meist sehr günstig.

 

In Perm hatte ich den Vergleich, vorher gebucht um 28 Euro, vor Ort wollte man mir 60 Euro abnehmen bis ich auf die Reservierung verwiesen habe.

Landschaftlich hat mir auch die Strecke von Perm bis Kirov sehr gefallen, vorbei an großen Seen, viele Skulpturen aus allen möglichen Materialien und schöne Gebäude.

 

In Kirov sehr günstig im „Art Hotel“ übernachtet und im Pub daneben gut gespeist und getrunken. Und beim Herumlaufen auch noch die russischen Einkaufszentren bewundert.

 

Mein nächstes Ziel war Yaroslav. Viel davon gehört und da soll es ja auch genügend Kultur zu besichtigen geben.

Also ab nach Yaroslav und das mal angesehen. Und es stimmt, es sind da wirklich viele Klöster, der berühmte Yaroslav Kremlin und eine nette kleine Altstadt.

Von meinem Hotel konnte ich das zu Fuß wunderbar ablaufen und hab auch noch einige Nachtaufnahmen gemacht.

 

Das Hotel selbst war so richtig aus der Kommunistischen Zeit übergeblieben.Allse schön, aber so richtig 80er Soviet Style. Inklusive Personal. So könnte ich mir die 80er in der kommunistischen Zeit dort vorstellen. Beim bezahlen bekam ich keine Rechnung sondern nur einen Zettel mit der Summe. Mir war schnell klar, das die Kellner da viel in die eigene Tasche arbeiten und die Chefin da mitmacht, die war dabei als das Geld aufgeteilt wurde.

 

Für den nächsten Tag hatte ich mal vorgesehen, das ich um den 3. Ring um Moskau herum Richtung Lettischer Grenze fahre.

850 km wären zu bewältigen und ich war zuerst mal guter Hoffnung das zu schaffen.

Aber ich war wohl etwas zu optimistisch, bei dem verkehr am 3. Ring um Moskau war das nicht zu schaffen, naja, ginge schon , aber bis spät in die Nacht fahren das muß nicht sein....

 

Also 200km vor der Grenze eine Gostiniza am Wegesrand gesucht und dort den Letzten Tag noch mit ein paar Baltika #9 verbracht.

Ich habe in der Früh noch überlegt, ob ich mir in Russland eine Jause für Lettland kaufen soll, aber ab es dann gelassen, was sehr weise war wie ich an der Grenze feststellte.

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© Klaus Hübner