Klaus Reisepage
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MONGOLEI LÄNDERINFOS

Allgemein

Die Mongolei ist das Zweitgrößte Binnenland der Erde ( Ohne Meerzugang ) und ist ca 5 x so groß wie Deutschland und hat knapp über 3.000.000 Einwohner.

Fast die Hälfte davon lebt in Ulaanbaatar, der Hauptstadt.

 

Sonst findet man im Land viele kleine „Städte“ und viele Nomaden, die ihre Gers (Jurten) aufschlagen.

 

Die Mongolei liegt sehr hoch.

Im Süden und in der Mitte des Landes fährt man oft zwischen 1700 bis 2200 HM herum, mit Pässen bis über 2700HM

Im Norden ist man viel tiefer, da fährt man zB in der Gegend von Ulaangom auf ca 900 Hm herum, und kommt selten über 1400HM hinaus.

( persönlich fand ich die Nordroute auch nicht so schön wie die Mittelroute, sie gilt nur wegen der Wasserdurchfahrten bis Ulangom als schwieriger )

 

Die „Südroute“ die von Olgii über Altai und Bayanhongor nach Ulaanbaatar führt ist nach meinem Erachten eher langweilig.

Sie führt Großteils durch die Gobi ( Wüste ) wobei da lange Zeit die Steingobi ( Steinwüste ) durchfahren wird.

 

Die meiner Meinung nach landschaftlich schönste Route ist die Mittelroute, die von Altai in den Norden nach Uliastay abzweigt, und dort über Tosontsengel und Tsaagannur ( der Weisse See ) nach Kharakorum führt.

Hier kommt man auch an den Zweithöchsten Bergen der Mongolei vorbei ( Vor Uliastay mit Bergen über 4000 M )

 

Die Mongolen sind allgemein sehr freundlich , Ausnahmen gibt es im Westen im Grenzgebiet ( siehe unter Sonstiges )

Wenn man am Motorrad den Zündschlüßel stecken läßt, kann es schon passieren, das sich wer raufsetzt und das probiert.

Es wird überall herumgedrückt und gedreht, das ist normal und man kann es bei Ihren Sachen auch machen.

Für Vegetarier oder gar Veganer wird es schwierig das Land zu bereisen.

Es ist möglich, aber schwierig.

 

Im Land selbst gibt es viele Sand/Schotterpisten, das ganze Land ist eher sandig.

In der Nähe von UB gibt es dann auch mal Asphaltstrassen, aber wenn die Älter sind auch wieder mit vielen Schlaglöchern.

 

Man seht sehr viele freilaufende Herden an Yaks, Schafen , Ziegen, Pferden usw.

 

Und hier bemerkt man auch oft die vielen wilden Kräuter, wenn man in der Wiese fährt, dann riecht es nach allem Möglichen, Wilder Schnittlauch, Knoblauch usw sind nur Einige davon.

 

Und wenn man denkt man ist alleine, dann steht plötzlich ein Mongole mit China Moped oder Pferd vor Dir.

 

Tankstellen

 

Wenn man vom Norden bei Altanbulag  von Ulan Ude kommend in die Mongolei einreist,

dann gibt es auf der Strecke bis UB Asphalt und viele Tankstellen.

 

Reist man aber vom Westen bei Kosh Agach / Tashanta ein, dann sollte man genug Sprit für die 100km Bis Olgii dabei haben.

Ansonstan hat man im Schnitt spätestens nach 230 km eine Tankstelle, die auch 92er Sprit hat. zB die Abschnitte Olgii – Khovd, Khovd – Altai usw.

 

Auf der Nordroute  hatten wir zwischen Olgii und Ulangom auf 300km keine Tankstelle gefunden. Obwohl es auch dort wie überall sonst in den Dörfern Tankstellen mit 80er Sprit gibt.

 

Der Benzin ist oft verschmutzt oder mit Wasser versetzt, ich habe mir 2015 dafür einen Wasserabscheidenden Trichter mit Schmutzfilter von Touratech mitgenommen. Hat mir geholfen, 2013 hatte ich starke Probleme mit schlechtem Sprit.

 

Oft passiert es, das ein Mongole mit Moped neben der Strasse wartet, weil Ihm der Sprit ausgegangen ist.

Wir haben da immer geholfen, weil man auch als Tourist so in der Achtung steigt.

 

Öl  bekommt man an fast allen Tanken, aber nicht immer 10W40, oft nur 5W30, wegen der Kälte im Winter.

In größeren Tanken bekommt man aber auch 10W40.

Der Preis für Benzin war 2015 knapp unter einem Euro.

 

In der Mongolei würde ich ganz persönlich bei  Motorrädern mit weniger Reichweite das 300km einfach einen 3 oder 5 Liter Wasserkanister austrinken und darin Benzin für Notfälle mitnehmen.

Es zahlt sich nicht aus, das die ganze Reise mitzuschleppen.

 

 

Essen, Verpflegung und Übernachtung

 

Da wird es interessant in der Mongolei.

Durch die kalten Winter und relativ kurzen Sommer ist nicht viel Ackerbau, wenn dann eher im Norden von UB.

Die Hauptmahlzeiten bestehen dadurch fast ausschließlich aus Fleisch.

Unterwegs bekommt man bei kleinen Gers oder Hütten oft Huuschur ( Gefüllte Teigtschen die in Öl gebraten werden ) oder Buutz ( gefüllte Teigbällchen ) oder Tsöwang ( Selbstgemachte Nudeln gebraten mit Fleisch )

 Diese Hütten oder Gers erkennt man , weil meist ein Schild „Gasar“ in Kyryllisch darauf hinweist "Газар" oder "ГАЗАР"

 

Wenn man in Städte kommt, oder nach UB, dann ist das Angebot ganz anders, sehr vielfältig.

 

Auch wichtig, wenn man zum Essen eingeladen wird, ist es extrem unhöflich nicht zu kosten.

Man muß die Dinge nicht essen oder trinken, aber man muss zumindest kosten und kann es dann stehen lassen.

 

Sachen wie Ayrag ( vergorene Stutenmilch ) sind für unsere Europäischen Mägen nicht geeignet und fördern eher die Verdauung J

 

Auch in der Mongolei ist Vodka trinken Volkssport. Wenn man nach dem Essen einen Vodka trinken will, so bekommt man eine Flasche, kleine Gläser wie bei uns kennt man da nicht .

 

 

Hotels gibt es in allen Städten in verschiedenen Klassen.

Es gibt gute Hotels mit Internet genauso wie sehr einfache mit Mehrbettzimmern.

 

Ebenso wie Ger Camps, die oft sogar richtig nett sind, speziell in der Nähe von Touristisch aktiven Gegenden ( Gobi , Kharakhorum usw )

 

Ansonsten empfiehlt es sich auch zu zelten, denn gerade das macht den Reiz der Mongolei in dieser Weite aus.

Und man muß nicht auf Krampf eine Stadt erreichen !!!

 

Einreise, Papiere und Formalitäten.

 

Es gibt nur wenige internationale Grenzübergänge.

Kosh Agach / Tashanta im Westen vom Russischen Altai kommend, Altanbulag im Norden, von Ulan Ude kommend, dann noch eine Grenze im Süden nach China und eine ganz im Osten Nach Russland.

 

Die Grenze im Westen liegt auf ca 2500 Metern Höhe und hat nur Montag bis Samstag von 9 – 18 Uhr offen , zwischen 12  und 13 h ist Mittagspause ( Achtung, eine Stunde Zeitverschiebung zwischen Russland und Mongolei. )

Während des Naadam Festes vom 11.-13.Juli ist die Grenze zu, und das kann auch 2 Tage länger dauern ( je nach Feiertagen usw )

 

Bei der Einreise spätestens Mittag da sein, denn man benötigt etwas Zeit,  erst die Russische Ausreise und dann 24 km durch das Niemandsland mit einem Russischen Posten in der Mitte ( hier beginnt auch der Schotter . Stand 2015 ) und dann die Mongolische Einreise.

 

Die Gebühren für Desinfektion kann man auch in Rubel zahlen .

 

Ein Tip:

Bei der Einreise bekommt man einen Zettel, wo man auch die Grenze reinschreiben soll, an der man die Ausreise vornimmt. Hier einfach Altanbukag / Sukhbaatar einsetzen ( die grenze nach Russland im Norden )

Tut man das nicht und schreibt nichts hinein, kann es sein, das die Grenzer eine Kaution für Motorrad oder Auto einheben, weil die dann vermuten, das man das im Land lassen will.

Passiert besonders oft in der Zeit, wo die Mongol Rally stattfindet, weil das da viele getan haben.

 

Auch wenn man nicht dort ausreist, würde ich das hineinschreiben, denn wenn man vorhat sein Motorrad per Spedition zurückzuschicken, dann wird das mit den Leuten in UB beim Zoll geklärt und man bekommt dort die Papiere. Und die Kaution würde man vermutlich nicht mehr sehen.....

 

Direkt nach der Grenze wird man nochmal aufgehalten und dann muß man Strassensteuer zahlen und Versicherung abschließen.

 

Ich würde nicht raten, bei den Geldwechlser zu wechseln, weil der extrem schlechte Kurse hat. Ich hab den schon 2 x getroffen.

Man kann die Gebühren auch in Rubel zahlen.

 

Und wie gesagt, in Olgii gibt es Banken, Tankstellen und auch das Blue Wulf Ger Camp, wo man auch andere Reisende trifft. Auch ein guter Tipp für Alleinreisende, weil man da wen findet zum gemeinsam fahren. Und die Chefin ist nett, spricht Englisch und kann viel organisieren.

 

Grenze Im Norden ist eine Hauptgrenze, da geht es eher professionell zu.

Ich bin dort immer nur ausgereist, aber das war immer flott, zumindest bei den Russen.

Wenn man von Ulan Ude wegfährt, schon auf einen langen tag einrichten denn es sind ca 600km bis UB und da auch die Grenze.

 

Auf das Papier für den Temporary Import aufpassen, das benötigt man wieder bei der Ausreise !!!

 

Wenn man nur 30 Tage Visum hat oder auch ohne Visum länger bleiben will, dann kann man das bei der Immigration verlängern.

 

In all den Fällen hilft da das Oasis, einfach nach Oasis Guesthouse googeln, die können auch gut Deutsch und Englisch.

 

 

Geld:

 

In der Mongolei gibt es den Tugruk ( Oder Togrok oder Tugrik )

 

Man kann leicht von Dollar nach Tugruk wechseln, aber schwer mit Euro.

Die Banken müßten das zwar, aber wenn man die Sprache nicht kann, dann kann man das halt auch schwer erklären.

 

Es empfiehlt sich definitiv, auch genug Bargeld dabei zu haben, denn es gibt zwar in den Städten Bankomaten, aber die gehen nicht immer und die Abhebemenge pro Durchgang ist auf 80.000 Tugruk begrenzt ( ca 40 Euro ) Damit kommt man nicht weit. Oder man muß die Prozedur halt oft hintereinander machen.

 

Mir ist es 2013 passiert, das in 3 Tagen kein einziger Bankomat funktioniert hat, da wohl im Landesinneren das Internet zusammengebrochen ist.

Und die Euros wollte niemand.

Ich hab dann zwar Euros wechseln können, weil meine Frau denen in der Bank telefonisch erklärt hat, das sie diese bei der Zentrale in UB meldet wenn sie es nicht tun, aber diese Möglichkeit hat ein normaler Reisender nicht.

 

Deswegen am Anfang in Olgii genug wechseln ( mit ca 400 Euro kommt man ewig weit, weil man ja nur Benzin benötigt und der Rest extrem billig ist )

 

 

 

Camping

 

Kann man überall campen, die Mongolei ist der größte zusammenhängende Campingplatz den ich jemals gesehen habe.

 

Wenn man in der Nähe von Städten oder Orten campt, empfiehlt es sich vorher zu schauen, ob eine Gruppe besoffener Jugendlicher in der Nähe ist, denn sonst bekommt man Besuch und das ist unangenehm.

Ist mir aber nur einmal passiert, das wir aus dem Grund woanders außer Sichtweite gecampt haben.

 

Man muß daran denken, das es am Tag weit über 30° haben kann, in der Nacht im Sommer auch nahe an die 0° gehen kann.

Das es extrem kalt war, ist mir nur 2013 einmal mit knapp über 0° passiert, aber ich hab mir aus dem Grund für 2015 einen guten Schlafsack mitgenommen.

 

Sonstiges:

 

Im Westen der Mongolei gibt es nach der Grenze einige Jugendliche, die versuchen von den Touristen Geld abzuzocken.

Da sind denen viele Mittel recht.

Es gibt ein Video von mir, „Western Mongolian Bandits“ entweder hier unter Videos oder in Youtube unter klauston100 suchen.

 

Am Weg nach Ölgii versuchen die, auf freundliche Art Touristen aufzuhalten, und fragen dann wieviel Geld man mithat, wohin man will, erklären das die Strasse gesperrt ist und man hier übernachten soll usw.

Währen der Zeit wo die quatschen hat schon der Ein oder Andere unauffällig seine Pfoten in den Sachen und klaut, und wenn man dort übernachtet oder auch nur kurz in eine Hütte oder Ger geht weil man eingeladen ist, dann ist nachher oder am nächsten Tag das Zeug weg.....

 

Es ist aber kein Problem, einfach nicht stehenbleiben und freundlich winken.

Trotzdem informieren die mit dem Handy die Leute in Olgii und man wird schon am Eingang erwartet wo man versucht Euch zu stoppen und in Ihre Gers zu locken.

Auch hier nicht stehenbleiben. Weiterfahren ins Zentrum und Zu Blue Wulf ger Camp ( gibt noch ein Besseres Ger Camp, das kenn ich aber nicht, die Reisenden gehen normal zu Blue Wulf )

Die Wegpunkte für Garmin gibt es bei mir auch unter Downloads, da sind Tanken und diese Camps drinnen

 

IN UB etwas aufpassen vor Taschendieben, die sind da sehr aktiv, auch Kinder die am Abend neben Lokalen rumlaufen klauen gerne.

Niemals im Freien Geldtasche oder Handy am Tisch so liegen lassen!!!

 

Ich war selbst schon dabei, als Einer das klauen wollte, der hat Zeitschriften am Nebentisch vorgezeigt und wollte klauen, wir haben den aber erwischt.

 

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© Klaus Hübner