Klaus Reisepage
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TEIL 10 - Mongolei

TEIL 10 – MONGOLEI

 

 

Wenn man als Erstes die Mongolen an der Grenze kennenlernt ( nicht die Beamten sondern die Einreisenden Mongolen ) , dann bekommt man den Eindruck, das die Mongolen unfreundlich sind.

Wir hatten da so ein Prachtexemplar erwischt, der sich immer vordrängen wollte und uns nur Steine in den Weg legte damit wir langsamer bedient werden, in der Hoffnung das er dann vor uns kommt und schneller ist.

 

Aber die Beamten waren sehr professionell und der Plan ging nicht auf.

Er hatte sogar versucht, uns einzureden, das man bei den Motorrädern nach uns verlangt hat, in der Hoffnung, das wir gehen und unseren Platz aufgeben, aber ich hab mich da nicht darauf eingelassen.

 

Nach der Grenze Geldwechsel und dann erst mal fahren.

Nach kurzer Zeit einmal in einem Mongolischen Imbisstand neben der Strasse stehenbleiben und die traditionellen Huuschur essen ( gefüllte Teigfladen )

 

In unserem Pass beim Visum war ja der 5. August als letzter Tag der Einreise angegeben, sonst wäre das Visum verfallen.

Wir haben das punktgenau geschafft und wußten, das wir am Abend in Ulaanbaatar bei meiner Familie sein werden.

Und ich war schon vorgewarnt, das mein Schwiegersohn heute Geburtstag hat.

Wie das dann endet war auch klar.

Bier und Vodka.

 

Aber zunächst mal ein Willkommen mit einem Essen, wo so richtig aufgetischt wurde.

Dann die ersten Biere und dann kam schon der Besuch und die Feier begann.

Eine 2 Liter Vodkaflasche war da erst mal zu leeren ( und das haben wir Großteils zu Dritt geschafft , weil nicht Alle Vodka tranken sondern lieber Whisky )

Um 4 Uhr früh war dann Ende und der nächste Tag eher zum Relaxen und auskurieren gedacht.

 

Wir haben geplant, ca 8 Tage in der Mongolei zu verbringen und dann die Rückreise anzutreten.

Also zuerst Stadtrundgänge, einige typische Bierlokale wie das Grand Khaan Pub beuchen und mongolsich essen.

 

Mit dem Bruder meiner Frau dann auch 2 Tage nach Terelj fahren und dort in einem Typischen Ger ( Mongolische Jurte ) verbringen.

Terelj ist ein Nationalpark, wo auch die Mongolen gerne hinfahren und feiern.

Viele Ger Camps laden da dazu ein.

Auch jede Menge Touristen kommt hierher, auch viele Chinesen und Koreaner.

Wir haben uns da aber eine ruhige Ecke gesucht und sind da herumgesessen und haben gegessen und getrunken.

Schaschlik, Mongolische Suppen, alles in ausreichenden Mengen vorhanden.

 

Natürlich auch mit dem obligatorischen Beuch der Chingghis Khaan Statue vorher.

Ein „muß“ wenn man schon hier ist.

Die Legende besagt ja, das er a dieser Stelle eine goldene Peitsche gefunden hat, was Glück und Macht bedeutet.

 

Wieder zurück in der Stadt weiter Sightseeing, Besuche des Gandam Klosters und mehrmals im Oasis, ein Treffpunkt für Reisende,

 

Es verging die Zeit und dann kam der Montag der für unsere Abreise geplant war.

 

Früh am Morgen ging es los, wir wollten bis Ulan Ude kommen.

 

Es war ein wunderschöner tag, sonnig, wir kamen gut voran und alles passte, und dann kam der Moment, wo 30 km nach Darkhan der Unfall passierte.

 

Siehe „Osol Awaar – Der Unfall“

 

Nun, an eine Weiterfahrt war mal kurzfristig nicht zu denken, Roland im Krankenhaus, mein Motorrad kaputt.

 

Meine Familie ist sofort ausgerückt um alles zu regeln, Polizei durch Beziehungen soweit zu bringen unsere Pässe zurückzugeben,

Motorrad transportieren und nach UB zurückbringen.

Roland nach UB in ein richtiges Krankenhaus zu bringen.

 

Das passierte noch in der Nacht nachdem wir die Behörden dazu gebracht haben unsere Pässe rauszurücken.

Roland abholen und in die nächste Stadt nach Darkhan fahren und ein Hotel suchen.

 

Eine Fahrt bis Ulaanbaatar wäre zu lange gewesen, das dauert am Tag schon 4 Stunden.

 

Jedenfalls hatten wir dann am nächsten Mittag Roland im Intermed Hospital in UB abgeliefert und da stand fest, das er Schulter, Rippen und Fuß gebrochen hatte.

 

Dank ÖAMTC Schutzbrief und Zusatzversicherung hatte er schon am nächsten Tag um 7 Uhr früh einen Heimflug nach Österreich.

 

Ich habe dann am nächsten Tag die Zeit genutzt um im Oasis bei Jagaa von Probike Mongolia mein Motorrad zu reparieren und das Motorrad von Roland in die Transportkiste zu verpacken, die vom Oasis gezimmert wurde.

 

Für mich stand inzwischen ganz klar fest, das ich zurückfahre.

Schaffe ich es nicht das Motorrad fahrfertig zu bringen, so würde ich die Transsibirische Eisenbahn nehmen und meine Reise auf jeden Fall zu Ende bringen, und nicht abbrechen und ein Flugzeug nehmen.

 

Mittwoch kam dann der Moment, wo ich lange vor meiner Transalp gesessen bin und überlegt habe, ob ich mir das antue die herzurichten und heimzufahren.

Und dann die Erkenntnis, das ich mir einfach zu viele Gedanken mache.

 

Und in dem Moment auch die ganz klare Entscheidung, ich fahre mit dem Motorrad, und wenn Probleme auftauchen ( womit ich bei dem Zustand nach dem Unfall auch ganz klar gerechnet habe ) dann werde ich diese in Russland sicher irgendwie lösen.

 

Also weniger nachdenken, und einfach vertrauen das ich es immer schaffe, Probleme zu lösen.

Und das war es dann auch, Donnerstag das Motorrad fertig gemacht, und mit der Familie noch einmal schön Essen und trinken gegangen und Freitag ging es wieder los Richtung Russland.

 

Das Wetter war gut, und als ich die Unfallstelle erreichte, wo 5 Tage vorher alles passierte, da blieb ich mal stehen und hab das nochmal überflogen, welch großes Glück ich hatte einfach aufzustehen und in der Lage zu sein, wieder weiterzufahren.

 

Kurz danach war ich an der Grenze, die auch sehr schnell passiert wurde, da alle Zöllner uns mit den Motorrädern einfach vorließen.

Nur bei den Russen eine kurze Verzögerung, weil der Computer offline war, aber auch das Problem war schnell behoben.

Und diesmal war ich in Russland, ohne Unfall.

 

 

 

 

 

 

 

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© Klaus Hübner