Klaus Reisepage
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Rolands Sicht der Dinge

Der Unfall:

 


Montag 14.August 2017 ca. 12:00 


Wir waren gut unterwegs, dass Wetter war ausgezeichnet und die Straßen waren in einem sehr guten Zustand. Ich sah Klaus weit vor mir und dachte mir noch, heute ist er aber weit voraus. Pause.

 

Auf einmal hörte ich nur mehr einen Kracher und verlor für einige Zeit mein Bewusstsein.

Zu mir kam ich wieder als ich im Graben lag und mein Bein zwischen Seitenkoffer und Motorrad eingeklemmt war.

Das schmerzte mich so, dass ich nach Hilfe schrie und mir ein zuhilfe kommender Mongole aus dieser misslichen Lage befreite.

Meine erste Gedanke war, was ist mit Klaus. Ich versuchte sofort ob ich meine Beine und Hände bewegen kann.

Nach ca. 20 Minuten versuchte ich aufzustehen. Leute haben mir dabei geholfen.

Auf der Straße sah ich dann Klaus stehen und war froh darüber, dass Ihm nicht viel passiert war.

 

Nach ca. einer halben Stunde kamen dann Rettung und Polizei. Die Ärztin begutachtete meine Verletzungen und Klaus kümmerte sich um die Polizei und organisierte seine Familie.

 

Ich kam dann in ein Dorfspital, wo mir dann das linke Bein in dem ich eine größere Wunde hatte genäht wurde. Die hygienischen Zustände des Spitals waren katastrophal, keiner sprach englisch, aber was solls. Ich wurde genäht. 


Um 14:00 rief ich meinen Bruder über WhatsApp an, der wiederum den ÖAMTC verständigte.

Der ÖAMTC nahm Kontakt mit mir auf und nun begann alles zu laufen.

Da ich noch keine Befunde hatte, weil das Spital keine Röntgenmaschine hatte, musste ich schnellst möglichst nach Ulan Bator verlegt werden.

Der ÖAMTC bot mir einen Transfer am nächsten Tag nach Ulan Bator an. In der Zwischenzeit meldete sich Klaus und sagte mir, er hole mich mit seinem Schwager um 23:00 ab und wir fahren in die nächst größere Stadt.

Ulan Bator war von der Unfallstelle ca. 300km entfernt. In dieser Zeit hatte Klaus mit seinem Schwager und seiner Stieftochter alles erledigt.

Motorrad Abtransport nach Ulan Bator, die Polizeisachen und der Rest wurde in den Wagen des Schwagers verstaut. Dienstag um 01:00 nächtigten wir dann in einem Hotel.
und am Dienstag in der früh gings dann ab nach Ulan Bator in das Intermed Hospital.

Um ca.12:00 waren wir dann im Spital.

 

Klaus und sein Schwager kümmerten sich um die Motorräder und seine Stieftochter war die ganze zeit bei mir und half mir Im Spital wo sie konnte. Es wurden Röntgenbilder von Schulter, Brust und Bein gemacht. Ergebnis, Schlüsselbein, eine Rippe und das linke Bein war gebrochen. Die Befunde schickte ich per WhatsApp an den ÖAMTC. Da war es ca. 14:00. Um 16.00 bot mir der ÖAMTC schon für nächste Tag die Heimreise mit der Aeroflot in der Business Class an, da ich keine Ärzteambulanz benötigte. Ich willigte sofort ein, da ich nach Hause wollte. Im Spital kümmerte man sich um mich sehr gut. 
Am Mittwoch um 05:00 holte mich der Rettungstransport ab und brachte mich am Flughafen wo schon der Rollstuhldienst auf mich wartete und mich überall durchlotste. Um 07:10 ging mein Flug über Moskau nach Wien. In Wien wartete schon das Rote Kreuz auf mich und brachte mich ins Lorenz Böhler.

Ich möchte mich jetzt recht herzlich bei Klaus, seinem Schwager und seiner Stieftochter bedanken. Was die geleistet haben war einfach GROSSARTIG. NOCHEINMAL VIELEN DANK

Weiters einen großen Dank möchte an den ÖAMTC (Marijo Marjanovic) aussprechen. Der ÖAMTC hat mich so rasch wie möglich nach Hause geholt. Danke.
 

Rolands Fazit:

 

 

Hallo Motorradbegeisterte,

Mein Name ist Roland, bin 53 Jahre, Pensionist und mein Traum war es immer mit dem Motorrad in die Mongolei zu fahren.

Ich habe vor der Reise 4 Jahre mit meiner Freundin in Thailand gelebt. Bin dann wieder in meine Heimat zurück gekehrt, da ich mit meiner Freundin ganz Thailand mit dem Motorrad bereist hatte und es jetzt Zeit war meinen Traum zu verwirklichen. 


In Thailand bin ich im Internet auf der Homepage von Klaus gelandet.

Klaus wollte diese Jahr wieder mit dem Motorrad in die Mongolei reisen, aber nicht alleine.  Ich hatte ihn kontaktiert und mit ihm ein Treffen ausgemacht, ob er mit mir die Reise in die Mongolei wagen möchte. Nach einigen Treffen war klar, dass wir die Reise gemeinsam machen.


Ich habe mir vor der Reise die neue Honda Africa Twin mit DCT Getriebe und einigen Zubehör zugelegt und ich muss sagen ich habe es nicht bereut. Für meine Bedürfnisse das beste Motorrad.

Meine Eindrücke über die Länder die wir durchfahren haben.

Ungarn:
Haben nicht viel gesehen, sind nur durchgefahren.

Rumänien:
Ein sehr schönes Land mit unterschiedlicher Landschaft und größtenteils guten Straßen, dass Hotel Nord war ausgezeichnet und die Rumänen machen gute Suppen.

Moldawien:
Ein kleines Land das seine Reize hat. z.B. du fährst durch ein Dorf angelegt wie eine Schrebergartenanlage und die Bäume beschatten die Straße komplett.

Ukraine:
Ich kenne das Land sehr gut, da meine zukünftige Frau von der Ukraine kommt. Die Straßen sind eine Katastrophe (Schlaglöcher die so groß sind das mein Motorrad hinein passt), riesige unendlich Felder, kleine Dörfer wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint und Städte wie z.B. Odessa die sehr modern sind. Leben kann man in der Ukraine sehr günstig.

Georgien:
Hier ist mir die Schotterpassage zum Pass Goderzi (2225m) in Erinnerung sowie das Nationalgericht Narbisbora  (Rahm, Eier und Käse). Georgien ist eine Reise wert.

Armenien:
Sind wir in einem Tag durchgefahren. Landschaftlich auch seine Reize aber werde ich sicher nicht mehr besuchen.

Iran:
Ein Land das mich derart überrascht hat, dass ich nicht für möglich gehalten hätte. Die Leute sind freundlich, hilfsbereit, neugierig, scheuen keinen Kontakt, wollen mit einem reden auch die Frauen. Auch die Landschaft hat mir sehr gut gefallen. bis auf die Behörden war Iran der Hit auf dieser Reise.

Aserbaidschan:
Haben von diesem Land nicht sehr gesehen da wir sofort zum Hafen Alat gefahren sind.

Kasachstan:
Ein großes Land mit teilweise guten sowie katastrophalen Straßen. Kamele, Dromedare und Pferde gleich neben oder auf der Fahrbahn. Dünnbesiedeltes Land. Endlose gerade Straßen bis zum Horizont. 

Usbekistan:
Das Land ohne Benzin. Benzin gibt es nur wenn man Restaurants, Werkstätten oder Hotels fragt, die dann eine Quelle wissen wo man 80 Oktan Benzin bekommt. Usbekistan hat mir eigentlich nicht gefallen. Khiva und Sarmakant sind eine Ausnahme, hier gibt es einiges zu sehen.

Tadschikistan:
Ein interessantes Land, kein Vergleich zu Usbekistan. Benzin, gute Infrastruktur und herrliche Landschaft. Der Pamir ist eine Reise wert. Leider war es uns nicht vergönnt den Pamir zu bezwingen, da Klaus Probleme mit dem Vergaser hatte. Herrliche Ausblicke von den Bergen, Schotterstraßen bis zum abwinken. Meine Africa Twin fühlte sich wohl. Leider korrupte Polizisten die uns ein paar Dollar abnahmen.

Kirgistan:
Landschaftlich auch ein sehr schönes Land wo ich das erste mal Jurten gesehen habe. auch sehr viele Pferde waren in den Bergen zu sehen. Leider hat mich in diesem Land auch der Durchfall ereilt, der aber nach einem Tag Pause wieder vorbei ging.

Russland:
Ein Land der Superlative. Große moderne Städte, kleine Dörfer, Relikte aus der Sowjetzeit, Straßen in einem hervorragenden Zustand, freundliche Leute, Straßenverkäufer die alles Mögliche verkaufen(Kübelweise Eierschwammerl, Pilze, Heidelbeeren, ausgestopfte Bären, Fische am Baikalsee,...). Die Raststätten haben mir besonders gut gefallen. Man bekommt gutes Essen und das zu einem günstigen Preis. Man trifft interessante Leute und kommt ins Gespräch, einfach herrlich. Und mein Lieblingshotel auf diese Reise lagt in Novosibirsk Marins. Auch Russland werde ich wieder bereisen.

Mongolei:
War mein Traum dieses Land mit dem Motorrad zu bereisen. Die Mongolei ist auch ein sehr großes Land, dass sich landschaftlich breit fächert. Berge die nur grün sind, Berge die bewaldet sind, Berge nur aus Stein, wenn du vom Norden in die Mongolei einreist, siehst du auch Land das der Landwirtschaft dient. Ulan Bator die Hauptstadt ist im Kern modern und am Stadtrand sieht man die Jurten stehen. Auch eine Nächtigung in einer Jurte wurde genossen. 
Alles in allem hat mir die Mongolei sehr gut gefallen. Leider endete die Reise in diesem Land mit einem Unfall.

Fazit:

+ich habe einen verlässlichen, humorvollen, hilfsbereiten und technisch versierten Freund dazugewonnen.
+ich habe neue Kulturen kennengelernt, freundliche Menschen getroffen, herrliche Landschaften gesehen und habe selber viel dazu gelernt.
+Mich hat diese Reise positiv verändert
+Ich sehe jetzt vieles Anders
+Das uns Beiden bei dem Unfall nicht viel passiert ist.
+Es war kein einziges mal eine Gefahr in Sicht das wir überfallen werden
+Wir hatten großes Glück mit dem Wetter, nur 10 Minuten Regen

-Ich hatte viel zu viel Gepäck mit
-hatte viel zu wenig Bargeld (Dollar) mit. Die Suche nach einem Bankomat nervt.
-Wir hatten kaum Zeit sich was in den Städten anzuschauen. Wir waren ab Iran immer in Zeitdruck. Hier möchte ich aber Klaus keine Schuld geben, es war nicht anders möglich.
-Die korrupten Polizisten in Tadschikistan und Kirgistan

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© Klaus Hübner